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veröffentlicht am Donnerstag, 13.07.2017

Wiler Zeitung: Die Stadt hat alles gemacht


WIL ⋅ In den Medien wurde der Vorwurf erhoben, die Stadt Wil habe jahrelang nichts gegen einen ihr gemeldeten radikalisierten Islamisten unternommen. Stadtpräsidentin Susanne Hartmann dementiert dies.


Hans Suter

Eine Zeitungsmeldung hat den Wiler Stadtparlamentarier und Kantonsrat Erwin Böhi (SVP) aufgeschreckt. Der Grund: Der Ehemann einer IS-Sympathisantin sitze in der Schweiz wegen Terrorverdachts in Untersuchungshaft. Der Mann sei von der arabischen Moschee an der Zürcherstrasse in Wil den Behörden gemeldet worden, nachdem er dort durch seine radikale Einstellung aufgefallen sei. In einem Artikel der Gratiszeitung «20 Minuten» sei sogar behauptet worden, die Verantwortlichen der Moschee hätten den Iraker den Wiler Behörden gemeldet, diese hätten aber «jahre­lang» nichts unternommen.

«Falls sich das wirklich so ­abgespielt hat, wäre es ein gutes Zeichen, dass sich die Moschee an die Behörden gewandt hat», sagt Erwin Böhi. Der Vorwurf an die Behörden, sie hätten nicht ­reagiert, sei jedoch schwer­wiegend, falls die Geschichte denn tatsächlich stimme. Deshalb fragte er im Wiler Rathaus nach, ob man dort Kenntnis von diesem Fall hatte, bevor er von den Medien aufgegriffen wurde.

Stadtpräsidentin Susanne Hartmann nahm umgehend per E-Mail Stellung zur Nachfrage von Erwin Böhi. In ihrer Antwort führt die Stadtpräsidentin aus, sie und der Integrationsbeauftragte der Stadt Wil, Felix Baumgartner, hätten am 19. Januar die Moschee an der Zürcherstrasse besucht. Sie habe den Imam gefragt, ob in der Moschee Erfahrung mit Radikalen gemacht worden seien. «Er nannte dann den Fall eines Mannes aus dem Thurgau, dem ein Hausverbot erteilt wurde», schreibt Susanne Hartmann in ihrer Antwort. Der Mann hätte sich an dieses gehalten und sei nicht mehr aufgetaucht. Im Rahmen der Berichterstattung der vergangenen Tage habe sie interne Abklärungen getroffen. Diese zeigten Folgendes: Der ehe­malige Stadtschreiber Christoph Sigrist habe das Hausverbot auf Gesuch des Moscheevereins erlassen und gleichzeitig die Polizei informiert. «Somit hat die Stadt alles gemacht, was sie machen konnte», schreibt Susanne Hartmann. Sie selber sei damals nicht über das Hausverbot und die ­Meldung an die Polizei informiert worden. «So wusste ich damals nichts.»

Unklar bleibt vorerst, auf welcher Grundlage die Stadt ein Hausverbot in der arabischen Moschee an der Zürcherstrasse erlassen kann. Susanne Hartmann war gestern für eine weiter­gehende Stellungnahme nicht erreichbar. Erwin Böhi ist mit den erhaltenen Antworten zufrieden.

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