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veröffentlicht am Freitag, 24.01.2014

Leserbrief Wiler Zeitung: Einbrüche und kein Ende


Der Artikel „Nur 15 % werden aufgeklärt“ (Wiler Zeitung vom 21.1.)  beschreibt sachlich eine Entwicklung die eigentlich empörend ist, nämlich die Einbruchswelle, die seit einiger Zeit über die Schweiz rollt und auch die Ostschweiz und damit Wil erfasst hat. Innerhalb eines Jahres wurden in einigen Regionen der Schweiz bis zu einem Drittel mehr Einbrüche verzeichnet. Davon betroffen sind nicht nur die Opfer der Einbrecher, sondern auch jene, deren Prämien für die Hausratsversicherungen teurer geworden sind weil die  Schadensfälle aufgrund der Einbrüche markant zugenommen haben.

Die Kantonspolizei ist  wegen des chronischen Unterbestandes ihres  Korps an die Grenze ihrer Möglichkeiten angelangt. Gleichzeitig konnte die Polizeiführung trotz gegenteiliger Versicherungen anlässlich der Beantwortung von Anfragen im Kantonsrat nicht alle Zweifel darüber ausräumen, dass sie ihre Prioritätensetzung optimal auf die Einbruchsbekämpfung ausgerichtet hat. 

Aufgrund dieser Tatsachen hat die Junge SVP des Kantons St. Gallen beschlossen zu handeln. Sie hat vor kurzem Gemeindevertreter aus den Kantonen Aargau, Baselland, Thurgau und Zürich eingeladen, um über ihre Erfahrungen in der Einbruchsprävention zu berichten. In den betreffenden Ortschaften haben regelmässige Patrouillen der Feuerwehr oder solche von Bürgerinnen und Bürgern dazu geführt, dass die Zahl der Einbrüche massiv zurückgegangen ist. Dabei handelt es sich keineswegs um die unsäglichen „Bürgerwehren“ die in der Vergangenheit  da und dort aufgetaucht sind, sondern um Initiativen von Nachbarn, die sich solidarisch untereinander fühlen und sich um die Wohnqualität in ihrem Quartier kümmern. Ausserdem finden diese Aktionen dort mit der Unterstützung der lokalen  Behörden und in Absprache mit der Polizei statt. Die Junge SVP wird zuhanden der Gemeinden das Konzept „Aktion Bürgersolidarität“ ausarbeiten, mit dem unter Einbezug der Einwohnerschaft Mittel und Wege aufgezeigt werden zur Prävention von Einbruchsdiebstählen.

Eine solche Aktion täte auch Wil gut, denn unsere Stadt wies bis vor kurzem noch die höchste Kriminalitätsrate pro Kopf der Bevölkerung im Kanton auf und hat in dieser negativen Rangliste sogar St. Gallen geschlagen. Aller Voraussicht nach wird Wil den Spitzenplatz in der neusten Kriminalstatistik abgeben können. Jedoch nicht etwa, weil sich die zuständigen Behörden durch besondere Anstrengungen in der Kriminalitätsbekämpfung ausgezeichnet  hätten. Vielmehr kann man das der Fusion mit Bronschhofen zurechnen, wo die Kriminalitätsbelastung schon immer wesentlich tiefer war als in Wil. Somit wird  die Statistik wird nun einfach einen Durchschnittswert aufzeigen, der unter dem früheren  Wert liegen wird als jener des früheren Stadtgebiets.

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