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veröffentlicht am Donnerstag, 12.06.2014

Leserbrief St. Galler Tagblatt: Kopftuchverbot – Volk soll entscheiden


Die Gegner eines Kopftuchverbots in den Schulen irren wenn  sie meinen, es spiele überhaupt keine Rolle, wenn ein muslimisches Mädchen mit einem „Stück Tuch“ auf dem Kopf in der  Schule erscheint. Sie verkennen damit die gegenwärtige demographische Entwicklung bei der Zusammensetzung der Schülerschaft.

Das Tragen eines muslimischen Kopftuchs ist ein Zeichen der geschlechtlichen Abgrenzung und läuft dem Gleichstellungsgedanken diametral  zuwider. Das Kopftuch ist somit nicht vereinbar mit den Integrationsanstrengungen der Volksschule, umso weniger als diesen Bemühungen immer grössere Bedeutung zukommt. Bereits heute gibt es staatliche Kindergärten in denen die Mehrheit der Kinder muslimischen Glaubens sind, so etwa in Wil. Das bedeutet, die Kontroverse um das Kopftuchtragen betrifft zwar momentan nur Einzelfälle, es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis sie wirklich aktuell wird. Eine verantwortungsvolle Politik handelt vorausschauend und darum ist es jetzt an der Zeit,  die Frage auf gesetzlichem Weg zu regeln. Frankreich hat auf diesem Gebiet eine Vorreiterrolle gespielt und vor einigen Jahren das Tragen von Kopftüchern in der Volksschule verboten. Dies nicht zuletzt zum Schutz jener muslimischen Mädchen, die ohne Kopftuch in den Unterricht gehen wollten, aber von muslimischen Mitschülern unter Druck gesetzt wurden, es zu tragen.

Es ist zu begrüssen, dass die Junge SVP des Kantons St. Gallen aufgrund der zögerlichen Haltung des Kantonsrats beschlossen hat, die Sache selbst in die Hand zu nehmen und eine kantonale Volksinitiative für ein Kopftuchverbot in den Schulen zu lancieren. Damit wird aller Voraussicht nach das Stimmvolk das letzte Wort haben und wie auch immer der Entscheid ausfällt, er wird demokratisch legitimiert sein. Eigentlich sollte ja niemand etwas gegen einen Volksentscheid darüber haben. Trotzdem bringen sich die Gegner bereits jetzt in Stellung und lenken von der Grundsatzfrage ab, indem sie der JSVP unterstellen, ihre Initiative wolle Schülerinnen auch verbieten, allzu freizügige Sommerkleidung zu tragen.

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