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veröffentlicht am Donnerstag, 24.10.2013

Kolumne Wiler Nachrichten: Unsichere Zukunft für das Spital Wil?


Die St. Galler Regierung hat zuhanden des Kantonsrats Vorschläge ausgearbeitet für die umfassende bauliche Sanierung von fünf der neun Spitäler im Kanton. Investitionen von insgesamt rund 800 Millionen Franken sind für das Kantonsspital  St. Gallen, die Spitäler Altstätten, Grabs, Uznach und Wattwil  vorgesehen.

Was genau das Gesundheitsdepartement langfristig mit dem Spital Wil vorhat bleibt sein Geheimnis. In der umfangreichen Botschaft, die der Kantonsrat in der Februarsession 2014 beraten wird heisst es lediglich, dass  für das Spital Wil in den nächsten 10 Jahren  Umbauten für 8 Millionen geplant sind, also gerade einmal 1 Prozent der Sanierungen für die oben erwähnten fünf Spitalstandorte. Die Regierung begründet dies damit, dass der Kantonsrat die maximal zulässigen Investitionsvolumen begrenzt habe und sie  deshalb Prioritäten setzen müsse. Das ist eine wenig überzeugende Argumentation denn wenn es tatsächlich nur um die Frage der Begrenzung der Investitionen ginge, könnte das Gesundheitsdepartement dem Kantonsrat eine Erhöhung derselben beantragen.  Die Alarmglocken beginnen aber zu läuten wenn die Regierung in ihrer Botschaft schreibt,  ihre Prioritätensetzung „biete strategischen Spielraum für die Ausgestaltung der zukünftigen Spitalstrukturen“. Das bedeutet im Klartext, dass sich die Regierung alle Optionen offen halten will und dazu gehört demnach auch eine mögliche Schliessung des Spitals Wil.

Es ist zwingend notwendig, dass die Regierung eine Übersicht  vorlegt, welche die langfristige Planung für alle neun heutigen Spitalstandorte beinhaltet, und damit auch für Wil. Diese Gesamtschau fehlt in der vorliegenden Botschaft und man wird den Verdacht nicht los, dass man im Gesundheitsdepartement Pläne für das Spital Wil wälzt, die man nicht kommunizieren will.  Dieses Vorgehen ist unannehmbar und die Kantonsrätinnen und Kantonsräte aus der Stadt und Region Wil sind, unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit, aufgefordert sich dafür einsetzen, dass die Regierung ihre Karten auf den Tisch legt und Transparenz schafft.

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