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veröffentlicht am Mittwoch, 09.01.2013

Kolumne Wiler Nachrichten: Politischer Wunschzettel 2013


Politischer Wunschzettel 2013

Der Jahreswechsel ist jeweils die Gelegenheit, Vorsätze zu fassen und sich  Ziele zu setzen. Das ist auch in der Politik so üblich. Der Wiler Stadtrat macht das ebenso, lässt sich dafür allerdings ein wenig mehr Zeit und veröffentlicht die Legislaturplanung normalerweise erst im Sommer der neuen Amtsperiode. Wie genau dieser Prozess der Zielfestlegung abläuft ist nicht klar; eine breite Vernehmlassung unter Einbezug der Bevölkerung gibt es dafür aber offenbar nicht. Aus diesem Grund nehme ich die Gelegenheit wahr, um auf diesem Weg dem neuen Stadtrat meinen politischen Wunschzettel für die soeben angefangene Amtszeit zu übermitteln.

Als Bürger der Stadt wünsche ich mir, dass man im Rathaus unter dem Begriff Stadtentwicklung nicht nur die Betonierung und Überbauung der letzten verbliebenen Grünflächen versteht, sondern sich vermehrt auch um die Pflege derjenigen Quartiere kümmert, die von den Besserverdienenden gemieden werden. Auch sollte der Stadtrat nicht versuchen, die soziale Durchmischung durch Experimente auf dem Rücken der Schulkinder zu erzwingen, denn sie können am wenigsten dafür, dass die Schweiz die Kontrolle über die Einwanderung weitgehend aus der Hand gegeben hat. Weitere Wünsche wären, dass Wil seinen unrühmlichen kantonalen Spitzenplatz bei der Kriminalitätsbelastung wieder abgeben kann und dass die durch die Sozialstatistik belegte Attraktivität unserer Stadt für junge Sozialhilfebezüger nicht noch weiter steigt. Vielmehr sollte, wie andere Städte das tun, auch bei uns mehr Eigeninitiative von den Klienten der Sozialhilfe verlangt werden.

Wünschenswert wäre ausserdem, dass der politische Einfluss Wils auf kantonaler Eben seiner Bedeutung als wichtiges regionales Zentrum  entspricht und dass man unsere Stadt in St. Gallen dementsprechend wahr- und ernstnimmt. Dies wird allerdings nur gelingen, wenn der Stadtrat sich besser mit den Kantonsrätinnen und Kantonsräten des Wahlkreises vernetzt und  diese bei Bedarf für die Interessensvertretung von Wil und der Region einspannt.

Man darf gespannt sein, wie das neue stadträtliche Team die verschiedenen Herausforderungen meistern wird. Positiv zu werten ist bereits jetzt die Ankündigung der Stadtpräsidentin, Sprechstunden für die Bürgerinnen und Bürger einführen zu wollen, denn dadurch wird sie den politischen Puls der Bevölkerung fühlen können. Vielleicht werden als Folge davon in Zukunft öffentliche Wunschzettel wie der vorliegende sogar überflüssig.

 

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