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veröffentlicht am Donnerstag, 08.10.2015

Artikel Wiler Zeitung: Fahrplan: So geht es weiter


In ziemlich genau zwei Monaten verliert Wil einen direkten Morgenzug nach Zürich. Der Wiler Stadtrat befürchtet einen «grossen Kapazitätsengpass». 

SIMON DUDLE

 

WIL. Wenn im Dezember der nächste Fahrplanwechsel erfolgt, gehört die Ostschweiz dank zusätzlicher Züge zu den Gewinnern. Nicht so die Region Wil. Da die neu verkehrenden Sprinterzüge zwischen St.Gallen und Winterthur nicht anhalten und dafür ein morgendlicher Entlastungszug nach Zürich wegfällt, ergibt sich eine Angebotsverschlechterung. Dies findet zumindest der Wiler SVP-Parlamentarier Erwin Böhi. Zusammen mit 31 Mitunterzeichnenden hat er eine Interpellation eingereicht (Wiler Zeitung vom 29. August). In dieser will er die Haltung des Stadtrates erfahren.

 

Unterschiedliche Meinungen

Die Antwort der Exekutive liegt nun vor. Ein zentraler Punkt ist der Wegfall des Morgenzuges

um 7.11 Uhr direkt nach Zürich. «Der Stadtrat teilt die Meinung der Interpellanten, dass die Streichung dieses Zuges zu einer schlechteren Anbindung der Region Wil führen wird», ist zu lesen. Zudem befürchtet das Gremium einen «grossen Kapazitätsengpass». Künftig wird nämlich der einzig verbleibende Interregio nach Zürich, der zwischen 7 Uhr und 7.30 Uhr verkehrt, vorgängig auch in Flawil und Uzwil anhalten. «Diese Züge werden nicht wie bisher ‹nur› mit Fahrgästen aus Gossau und St.Gallen gefüllt sein, sondern es wird auch eine umsteigefreie Verbindung von Flawil und Uzwil nach Zürich sein, weshalb mit deutlich mehr Personen auf diesem Zug gerechnet werden muss», schrieb der Stadtrat bereits im Juni im Rahmen der Vernehmlassung an die SBB. Diese entgegnen, dass künftig die Reisenden aus dem Rheintal und St.Gallen ab der Kantonshauptstadt den direkten Sprinterzug nach Zürich nehmen werden und deshalb der Zug mit Halt in Wil mehr Kapazität habe.

 

Gemeinsam Druck machen

Böhi erkundigte sich auch bezüglich langfristigem Engagement des Stadtrates in dieser Thematik. In der Antwort verweist dieser auf eine in den Jahren 2011 und 2012 erstellte Studie  zur Sicherung des IC-Haltes.  Auch die Regionen St.Gallen und Rheintal hätten sich in der Folge für dieses Konzept interessiert. Es deckte sich allerdings nicht mit jenem des kantonalen Amtes für öffentlichen Verkehr. Mitunter wegen dieser Differenzen sei ein Prozess zur Meinungsbildung hinsichtlich der Schnellzugsanbindung im Kanton St.Gallen lanciert worden. Durch den vom Regierungsrat eingeleiteten Prozess sollen die Meinungen konsolidiert werden. Nur mit einer gemeinsamen Stossrichtung könne in Bern bei den SBB Druck ausgeübt werden, schreibt der Stadtrat. Die Antwort des Stadtrates auf die Interpellation von Erwin Böhi ist auf www.stadtwil.ch aufgeschaltet.

 

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