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veröffentlicht am Montag, 18.08.2014

Artikel Wiler Zeitung: Spital Wil - Lieber Neubau als Sanierung


WIL. SVP-Kantonsrat Erwin Böhi möchte für Wil einen Spital-Neubau. Er wird an der September-Session des Kantonsparlaments einen Vorstoss einreichen – mit der Aufforderung an die Regierung, die Planung an die Hand zu nehmen.

PHILIPP HAAG

Die St. Galler Regierung beabsichtigt, in naher Zukunft rund zehn Millionen Franken in das Spital Wil zu investieren. Das Labor muss saniert und der Notfall erweitert werden. Der Ausbau geht zulasten von Verwaltungsräumen, die in einem neu zu erstellenden Bürotrakt untergebracht werden. Das Kantonsparlament befasst sich an der September-Session mit dem Geschäft. Heue Montag trifft sich die vorberatende Kommission. Anwesend ist auch der Wiler SVP-Kantonsrat Erwin Böhi. Für ihn sind der Ausbau der Notfallstation sowie die Sanierung des Labors unbestritten. «Das Spital Wil ist 45 Jahre alt. Die Infrastruktur genügt den heutigen Anforderungen nicht mehr», sagt er. Dass aber die Hälfte der Projektsumme, fünf Millionen, für einen neuen Bürobau ausgeben werden soll, ist für ihn übertrieben und daher nicht nachvollziehbar.

Böhis Zweifel haben einen strategischen Hintergrund. Sollte sich der Kantonsrat für das von der Regierung vorgeschlagene Projekt und somit für das neue Bürogebäude entscheiden, sieht er darin einen Vorentscheid zugunsten der ab 2025 vorgesehene Totalsanierung des Spitals Wil. Der Regierungsrat rechnet mit Kosten von 110 Millionen Franken. Böhi favorisiert aber statt «des Flickwerks» einen Spital-Neubau. Für den Kantonsrat ist fragwürdig, eine derart immense Summe in eine veraltete Grundstruktur aus den 1970er-Jahren zu investieren. Bei einem Neubau seien die Finanzen viel effizienter eingesetzt.

Ein Neubau würde sich an den modernen Betriebsabläufen orientieren. «Heute werden Spitäler nicht mehr in die Höhe gebaut, sondern in die Breite», sagt Böhi. Die Abläufe könnten für das Personal optimiert werden. Ausserdem müsste bei einer Sanierung des Spitals während zwei bis drei Jahren der Betrieb «mitten auf einer Baustelle» aufrecht erhalten werden, was für das Personal und die Patienten störend und somit unzumutbar wäre. «Auch müssten teure Provisorien eingerichtet werden.» Für den Neubau erachtet Böhi das Gelände bei der Psychiatrischen Klinik als ideal. «Der Platz ist vorhanden», sagt er. Und das Land befinde sich bereits im Besitz des Kantons. Ausserdem könnten mit der Psychiatrischen Klinik Synergien genutzt werden, beispielsweise in den Bereichen Pflege, Küche, Wäscherei und Verwaltung. Grössere Vorhaben wie die für die Psychiatrische Klinik angedachte Fernwärme durch den Zweckverband Abfallverwertung Bazenheid (ZAB) könnten gemeinsam realisiert werden. Für Böhi bietet ein Neubau bei der Psychiatrischen Klinik ausschliesslich Vorteile.

Studien sind vorhanden

Der Kantonsrat will denn auch die Regierung auffordern, die Planung für einen Spital-Neubau an die Hand zu nehmen. Projektstudien seien vorhanden. Erreichen möchte es Böhi mit einem politischen Vorstoss. Er wird an der September-Sitzung des Kantonsparlaments einen Rückweisungsantrag für die 10-Millionen-Franken-Erweiterung stellen mit der Aufforderung, das Projekt um den Bürotrakt zu reduzieren und mit der Planung für den Spital-Neubau zu beginnen. Die Lobby-Arbeit beginnt für Böhi heute nach der Sitzung der vorberatenden Kommission, gilt es doch, bis zur Session vom 15. bis 17. September eine Mehrheit an Kantonsräten für sein Anliegen zu gewinnen. Denn Böhi sieht in einem Neubau noch einen weiteren Vorteil. Auch wenn er überzeugt ist, der Standort Wil ist aus regionalpolitischer Perspektive sowie auf Grund seines Einzugsgebiets gesichert, würde ein neues Gebäude die letzten Zweifel ausräumen. Auch würde ein Neubau zu einer Attraktivitätssteigerung führen, die bei der heute herrschenden Konkurrenzsituation unter den Spitälern ein gewichtiges Plus wäre. Wie das heutige Spital umgenutzt werden könnte, darüber hat sich Böhi noch keine grossen Gedanken gemacht. Er kann sich aber vorstellen, das Spital oder einen Teil als Erweiterung des Pflegezentrums Fürstenau zu nutzen. Oder dann könnte das Spital mit zugehörigem Land verkauft und abgerissen werden. «Die Parzellen an der Fürstenlandstrasse sind beste Wohnlage», sagt Böhi.

Wil als Spital-Standort erhalten

Der Wiler Stadtpräsidentin Susanne Hartmann ist es wichtig, «dass Wil als Spital-Standort mit einer hohen Qualität bezüglich Personal und Infrastruktur erhalten bleibt». Ob eine Sanierung oder ein Neubau sinnvoller ist, könne sie zum heutigen Zeitpunkt nicht beurteilen. Dass bei einem neuen Bau die Betrieb

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