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veröffentlicht am Dienstag, 08.09.2009 21.48 Uhr

Wiler Zeitung

Pressebericht: Tarife öffentlicher Verkehr (Ostwind)


Die Regierung hat die Einfache Anfrage des Wiler Kantonsrats Erwin Böhi zur Ostwind-Tarifstruktur beantwortet. Die Tarifgestaltung für den Kurzstreckenbereich werde überprüft, heisst es. Böhi fordert für Kurzstrecken eine Preissenkung.

Andrea Brülisauer

Region. Unter dem Titel «Tarifverbund Ostwind – teuer und undurchsichtig» reichte SVP-Kantonsrat Erwin Böhi am 5. Juni eine Einfache Anfrage ein. Dabei kritisiert er, dass der neue Tarifverbund vor allem im Kurzstreckenbereich zum Teil «massiv erhöhte» Fahrpreise mit sich gebracht habe. Die Kurzstrecken sind nach Meinung von Böhi in ein «vernünftiges Verhältnis» zu den Fahrpreisen für längere Streckenabschnitte zu bringen.

Des Weiteren wird von Böhi auch mangelnde Kommunikation beanstandet. Die neue Tarifstruktur sei «sehr kompliziert», deren Zusammensetzung «wenig transparent». «Die Verantwortlichen des mit Steuergeldern massiv subventionierten öffentlichen Verkehrs haben es unterlassen, die Benutzerinnen und Benutzer klar über die neue Tarifstruktur zu informieren», hält er fest.

«System ist transparent»

Die Regierung hält in der Antwort vom 25. August fest, dass die Organe des Tarifverbundes «grosse Anstrengungen» unternommen hätten, um die Nutzer des öffentlichen Verkehrs über die Neuerungen und deren Vor- und Nachteile zu informieren. Gemäss Auskunft der Geschäftsstelle Ostwind werde das neue System von der Kundschaft als transparent und einfach beurteilt.

Erwin Böhi bleibt bei seiner Meinung, wie er auf Anfrage der Wiler Zeitung betont: Man habe zwar versucht, die komplizierte Tarifstruktur zu erklären, habe es aber versäumt, zu kommunizieren, was dies für die Tarife bedeute, nämlich «eine massive Verteuerung der Kurzstrecken». Auslöser für seinen Vorstoss im Kantonsrat sei der Gesamtprospekt gewesen, der in alle Haushalte verteilt wurde. «Obwohl ich es gewohnt bin, komplizierte Texte zu lesen und komplexe Zusammenhänge zu analysieren, halte ich den Inhalt für wenig verständlich oder aussagekräftig.» In der Antwort der Regierung wird erläutert, dass die Verantwortlichen des Tarifverbundes Ostwind die Tarifgestaltung für den Kurzstreckenbereich überprüfen. «Eine Lösung bestünde darin, den Tarif für Fahrgäste, die nur einen sehr kleinen Teil der angebotenen Zonenleistung benutzen, zu senken», wird festgehalten. Böhi hält dies für eine «sehr gute Idee»; Böhis Kritik richtet sich ja insbesondere an das «Missverhältnis» zwischen Kurz- und Langstrechentarife. «Es sollte das Prinzip der Verhältnismässigkeit gelten, was im gegenwärtigen Tarifsystem nicht der Fall ist. Wenn man nach London reist, dann ist man auch nicht bereit, fast gleich viel oder sogar mehr zu zahlen wie wenn man nach New York fliegt.»

Ein «Scheinargument»

Die Einführung eines verbundweiten Kurzstreckentarifs, so heisst es in der Antwort der Regierung, würde allerdings zusätzliche Kosten und Einnahmeausfälle verursachen, die durch die öffentliche Hand zu tragen wären. Erwin Böhi beurteilt dies als «Scheinargument», denn «der öffentliche Verkehr würde ohne die Unterstützung der öffentlichen Hand, das heisst ohne Steuergelder, gar nicht das Angebot bieten können, das es heute gibt, und die Tarife sind ohnehin stark subventioniert». Von der Regierung wird abschliessend festgehalten, dass vertiefte Abklärungen mit Kosten- und Nutzenüberlegungen zeigen werden, ob die benannten Massnahmen zu ergreifen und auch finanzierbar sind.

Durch seine Einfache Anfrage habe sich die Regierung nun selber einen Auftrag erteilt, so Böhi. «Als Resultat erwarte ich, dass die Tarife für Kurzstrecken gesenkt werden.»

 

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