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veröffentlicht am Mittwoch, 10.11.2010

Steinwüste Hofplatz Wil


Die über 1.7 Millionen teure Neugestaltung des Wiler Hofplatzes hat dazu geführt, dass er trotz der ansprechenden Naturstein-Pflasterung öde und steril geworden ist.  Der Kontrast könnte nicht grösser sein wenn man von der Fussgängerzone in die Altstadt geht. In der Oberen Bahnhofstrasse schaffen die zahlreichen Bäume gerade jetzt mit ihren bunt gefärbten Blättern eine spezielle Herbststimmung und die Marktgasse ist voller Geschäftigkeit und wirkt dadurch sehr lebendig. Erreicht man dann aber den Hofplatz, so  steht man vor einer eigentlichen Steinwüste. Es gibt kaum Grünbereiche und eine eigentliche Gartenarchitektur fehlt völlig, genauso wie neu gepflanzte Bäume. Das Ganze ist ein Beispiel dafür, wie Planungs-Technokraten ihre eigenen Kriterien und Vorstellungen von öffentlichen Plätzen weitgehend durchzusetzen vermögen. Dazu passte in der Vorbereitungsphase der Neugestaltung auch, dass man ursprünglich sogar den Pankratiusbrunnen um einige Zentimeter absenken wollte, ein kostspieliges, unsinniges Vorhaben das die politischen Verantwortlichen schlussendlich zum Glück aus dem Konzept gestrichen haben.

 

Während man also seit langem viel investiert um die Oberstadt aufzuwerten befinden sich andere Teile von Wil in einem ganz anderen Zustand. So ist etwa die Gegend um das Landhus an der Unteren Bahnhofstrasse am verlottern. Die permanente Verschmutzung  durch Zigarettenkippen, Kaugummi und Glasscherben  sowie der  vernachlässigte Unterhalt des Landhus tragen dazu bei, dass der betreffende Häuserblock immer mehr verkommt. Nicht besser sieht es gleich um die Ecke aus, wo die Fussgängerunterführung bei der Hub-/Glärnischstrasse in einem unglaublich schlechten Zustand ist, verdreckt und voller Schmierereien. Wie kommt es, dass die Stadtverantwortlichen eine solche Entwicklung zulassen? Gehen sie denn nie zu Fuss in die Stadt hinunter? Die Lebensqualität in Wil hängt nicht nur von einer herausgeputzten Altstadt ab sondern ebenso davon, dass man zu allen Stadtteilen Sorge trägt. Auch wenn der Stadtrat gegenwärtig mit der Umsetzung von Grossprojekten wie dem Sportpark Bergholz oder der Fusion mit Bronschhofen sehr beschäftigt ist dürfen die Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt erwarten, dass er sich auch um weniger prestigeträchtige Angelegenheiten kümmert und der Verslumung der Gegend rund um das Landhus Einhalt gebietet.

 

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