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veröffentlicht am Dienstag, 18.09.2012

Parlamentarische Anfrage zum Spital Wil


Einfache Anfrage Böhi-Wil vom 3. September 2012 

Fehlermeldungen in den St.Galler Spitälern  

Schriftliche Antwort der Regierung vom 18. September 2012:

Erwin Böhi-Wil erkundigt sich in seiner Einfachen Anfrage vom 3. September 2012, warum im

Spital Wil das anonyme Berichterstattungssystem CIRS (Critical Incident Reporting System),

welches die systematische Analyse von kritischen Zwischenfällen ermöglicht, nicht angewendet

werde oder ob es dort eine andere Art der systematischen Fehlermeldung gebe.  

 

Die Regierung antwortet wie folgt:

Das CIRS (Critical Incident Reporting System) ist ein bewährtes Instrument der Fehleranalyse,

das – ursprünglich aus der Luftfahrt kommend – seit einigen Jahren im Spitalwesen eingesetzt

wird, um Schwachstellen im System und in den Prozessen zu entdecken und Komplikationen zu

vermeiden. Sämtliche öffentlichen Spitäler des Kantons St.Gallen sind nach Standards der Stif-

tung sanaCert Suisse zertifiziert. Der Standard 11 bezieht sich auf den Umgang mit kritischen

Ereignissen. Das CIRS-System ist dementsprechend in allen öffentlichen Spitälern des Kantons

nach gleichen Standards eingeführt. Die CIRS-Einführung wurde vom Verwaltungsrat der st.galli-

schen Spitalverbunde im September 2007 für alle öffentlichen Spitäler als obligatorisch beschlos-

sen. Einzelne Spitäler haben dieses System jedoch schon viel früher eingeführt. Zu diesen gehört

auch das Spital Wil. Beim CIRS werden Ereignisse, welche zu Schäden führen könnten, soge-

nannte «Fast-Fehler» oder «Zwischenfallsmeldungen», anonym gemeldet. Im Kanton St.Gallen

nutzen alle öffentlichen Spitäler das gleiche Tool. CIRS Meldungen betreffen dementsprechend

also immer Ereignisse, bei denen es nicht zu einem Schaden gekommen ist. Wenn hingegen ein

Schaden eingetreten ist, dann ist eine Meldung an den CEO der betreffenden Spitalregion vorge-

schrieben. In diesem Fall wird ein Schaden umgehend dem Haftpflichtversicherer gemeldet. Zu-

dem ordnet der CEO weitere erforderliche Massnahmen an. Jede Person, welche in einem öffent-

lichen Spital arbeitet, kann und soll kritische Zwischenfälle melden. Dabei gibt es kantonsweit ein

einheitliches, PC-basiertes Meldeportal mit einem Fragebogen, welcher anonym ausgefüllt wird.

Jeder gemeldete Fall wird von einer interdisziplinär zusammengesetzten Gruppe des Spitals be-

arbeitet. Abklärungen werden getroffen und Massnahmen eingeleitet. Dazu gehören auch interne

Fallbesprechungen. Ebenso wird in jedem Einzelfall entschieden, ob die Meldung an den CEO

oder Verantwortlichen einer Klinik oder einer Abteilung erfolgen soll oder ob eine Mitteilung an die

von allen öffentlichen Spitälern gemeinsam getragene kantonale «Steuergruppe Risk Manage-

ment» der vier Spitalverbunde erfolgen soll, mit dem Ziel, eine mögliche Fehlerquelle künftig in

allen öffentlichen Spitälern zu vermeiden. Damit wird generell sichergestellt, dass das aufgetrete-

ne Problem spitalübergreifend kantonsweit bekannt und auch angegangen wird.

 

 

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