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veröffentlicht am Donnerstag, 11.09.2014

Kolumne Wiler Nachrichten: Sozialhilfe: Fass ohne Boden?


Die Ausgaben für die Sozialhilfe sind  im Kanton St. Gallen zwischen 2008 und 2012 von 46 Millionen auf 69 Millionen Franken gestiegen. Die Sozialhilfequote, d.h. der Anteil der Bezüger pro 100 Einwohner beträgt kantonsweit 2,1 %. In Wil sind es 3,4 %, was einen leichten Rückgang im Vergleich zu den Vorjahren bedeutet, allerdings nur dank der Fusion mit Bronschhofen. Von allen Sozialhilfebezügern sind 56 % Schweizer und 44 % ausländischer Herkunft. Soviel zur Statistik.

Die Gründe für den massiven Kostenanstieg sind vielfältig: Es gibt mehr ältere Ausgesteuerte, die aufgrund der massiven Zuwanderung in die Arbeitslosigkeit und später in die Sozialhilfe gedrängt werden. Auch die Zahl der anerkannten Flüchtlinge wächst und die meisten sind vollständig  und wohl für immer von der Sozialhilfe abhängig. Ebenso ist die Zahl der Kinder gestiegen, die ausserhalb ihres Elternhauses in kostspieligen Einrichtungen untergebracht werden müssen. Zudem haben sich manche Sozialhilfebezüger, hauptsächlich Jüngere, gut in der Sozialhilfe eingerichtet und profitieren von der Tatsache, dass sich diese vom ursprünglichen Gedanken der Existenzsicherung  faktisch zu einer Alternative für das Erwerbseinkommen entwickelt hat. Damit sind aber auch die Anreize gesunken, sich um eine Arbeitsstelle zu bemühen.

Aufgrund der Kostenentwicklung überrascht es nicht, dass einige Gemeinden reagieren und die finanziellen Leistungen gekürzt haben. Um diese Ausgaben nicht ins Unendliche wachsen zu lassen, braucht es eine Reform der Sozialhilfe. Die Debatte darüber kommt aber nur langsam in Gang und stösst auf grossen politischen Widerstand. Trotzdem muss sie geführt werden denn es geht darum, die wirklich Bedürftigen weiterhin angemessen zu unterstützen und die anderen zu veranlassen, einer sinnvollen Beschäftigung nachzugehen.

 

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