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veröffentlicht am Samstag, 12.09.2015

Artikel Wiler Tagblatt: Intervention auf allen Ebenen


Intervention auf allen Ebenen

HANS SUTER

Mit Interpellationen im Wiler Stadtparlament, im St. Galler Kantonsrat und im Nationalrat wollen die SVP-Politiker Erwin Böhi und Lukas Reimann auf Benachteiligungen im SBB-Bahnverkehr in der Region Wil aufmerksam machen.

 

 WIL. Die erste Interpellation reichte Erwin Böhi am 25. August im Wiler Stadtparlament ein. Am vergangenen Mittwoch, am 9. September, zog SVP-Nationalrat Lukas Reimann nach und reichte unter dem Titel «Benachteiligen die SBB den Wirtschaftsraum Wil/Fürstenland?» eine Interpellation im Nationalrat ein. Nächsten Montag wird SVP-Kantonsrat Erwin Böhi auch im St. Galler Kantonsparlament eine entsprechende Interpellation einreichen.

In Bewegung bringen

«Wir sind der Meinung, dass es politische Interventionen auf den drei Staatsebenen braucht, damit Bewegung in die Angelegenheit kommt», sagt Erwin Böhi. Die drei Interpellationen haben nach den Worten Böhis bewusst fast den gleichen Wortlaut. Sie unterscheiden sich nur in der Fragestellung, die an den jeweiligen Empfänger – Stadtrat, Regierungsrat, Bundesrat – angepasst ist.

7.11-Uhr-Zug wird gestrichen

Der SBB-Fahrplanwechsel Ende dieses Jahres bringt einen Angebotsabbau insbesondere für Wil, aber auch für Uzwil, Flawil und Gossau. Der neue dritte stündliche Schnellzug von St. Gallen Richtung Zürich wird in Wil nicht halten, und der Entlastungsschnellzug um 7.11 Uhr nach Zürich Hauptbahnhof wird gleich ganz gestrichen. Eine weitere Verschlechterung ist auf den Fahrplanwechsel 2018 vorgesehen, denn der auf jenen Zeitpunkt hin geplante vierte stündliche Schnellzug St. Gallen–Zürich wird in Wil auch nicht halten. «Bei Reisen nach Bern und in die Westschweiz wird es voraussichtlich notwendig sein, in Zürich umzusteigen», schreiben die Politiker. Die neuen Direktverbindungen St. Gallen–Zürich würden für Wil kaum eine Entlastung mit sich bringen, denn diese Züge in Richtung Zürich füllten sich weniger in St. Gallen als vielmehr in Gossau, Flawil und Uzwil. Dies, weil die zusätzlichen Schnellzüge dort nicht halten werden.

«Die Benachteiligung von Wil als drittgrösster Stadt im Kanton St. Gallen mit ihrem kantonsübergreifenden Einzugsgebiet von rund 110 000 Personen kann nicht hingenommen werden, umso weniger, als es gemäss Verkehrsexperten technisch möglich wäre, ohne wesentlichen Zeitverlust die zusätzlichen Schnellzüge auch in Wil halten zu lassen», schreiben Böhi und Reimann in ihren Vorstössen.

Zwei Fragen

Vom Bundesrat bzw. vom Regierungsrat wollen die Interpellanten wissen, ob er nicht auch der Meinung sei, dass der Wegfall von Schnellzugverbindungen die Standortattraktivität des Wirtschaftsraumes Wil-Fürstenland beeinträchtige. Und, ob der Rat bereit sei, bei den SBB darauf hinzuwirken, dass die Aufhebung der Schnellzughalte in Wil auf den Fahrplanwechsel 2018 rückgängig gemacht werde.

Für 2016 dürfte der Zug allerdings bereits abgefahren sein. Dessen ist sich auch Erwin Böhi bewusst. Er weist jedoch darauf hin, dass der politische Vorstoss in die Zukunft gerichtet sei und zum Ziel habe, an der richtigen Stelle für die Anliegen der Region Wil zu sensibilisieren.

 

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