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veröffentlicht am Donnerstag, 02.09.2010 21.41 Uhr

Wiler Zeitung

Pressebericht: Kantonsbeitrag an Sportpark Bergholz


Der Wiler Stadtrat ist mit dem Kantonsbeitrag von zwei Millionen Franken für das Bergholz-Projekt unzufrieden und hat ein Wiedererwägungsgesuch eingereicht. Kantonsrat Erwin Böhi ist mit einer Einfachen Anfrage an die Regierung getreten.

Natalie Brägger

Wil. Für das Projekt Sportpark Bergholz, das insgesamt rund 57 Millionen Franken kosten soll, hat der Kanton St. Gallen der Stadt Wil Ende Juni zwei Millionen Franken zugesprochen. Zufrieden waren die Verantwortlichen damit nicht, sie hatten die Kantonsregierung nämlich um sechs Millionen Franken gebeten. Diese hatte die Kürzung des Beitrags damals damit begründet, dass kein Geld aus dem Sport-Toto-Fonds für den Bau und die Sanierung öffentlicher Hallen- und Freibäder gesprochen werden könne.

Stadtrat hat bereits gehandelt
Mit der geplanten Rettung des FC St. Gallens, zu welcher der Kanton vier Millionen Franken beisteuern soll, bekommt die Diskussion über den Kantonsbeitrag für das Projekt «Sportpark Bergholz» neuen Nährboden. So hat Norbert Hodel (FDP) vergangene Woche beim Wiler Stadtrat eine Interpellation eingereicht, in der er wissen will, was dieser zu unternehmen gedenke, um vom Kanton mehr als nur zwei Millionen Franken für das Bergholz zu erhalten. Was der Interpellant nicht wusste: Schon kurz nach dem Entscheid der St. Galler Regierung, das Projekt Bergholz mit zwei Millionen Franken zu unterstützen, hat der Wiler Stadtrat beim Kanton ein Wiedererwägungsgesuch eingereicht. «Eine Antwort des Kantons steht noch aus», erklärte Stadtpräsident Bruno Gähwiler gestern auf Anfrage. Er wisse nicht, wann man ungefähr mit einer Antwort aus St. Gallen rechnen könne.

Benachteiligung von Wil?
Ebenfalls noch unbeantwortet ist die Einfache Anfrage mit dem Titel «Benachteiligung der Stadt Wil durch den Kanton?» von SVP-Kantonsrat Erwin Böhi. Diese hatte der Wiler Anfang dieses Monats bei der St. Galler Kantonsregierung eingereicht. Er will darin eine Begründung dafür, warum bei vergleichbaren Projekten wie dem Regionalen Leistungszentrum der Kunstturner in Wil, der Sanierung des Eisstadions Lido in Rapperswil-Jona oder der Sportanlagen Lerchenfeld in St. Gallen proportional höhere Beiträge an die Investitionskosten geleistet wurden. Zudem fragt er die Regierung an, ob sie bereit sei, das für das Projekt Bergholz unterbreitete Finanzierungsmodell noch einmal zu prüfen, um eine Gleichbehandlung des Wiler Projekts mit ähnlichen, bereits vom Kanton unterstützten Bauvorhaben sicherzustellen. Wann seine Einfache Anfrage beantwortet wird, weiss Böhi nicht, er hofft jedoch, dass dies noch vor Beginn der nächsten Session am 20. September sein wird. «Beim Zeitpunkt der Antwort spielen sicherlich auch taktische Gründe mit», sagt der Wiler mit Blick auf die Diskussion der FCSG-Beiträge.

Nachhaltiges Projekt
Böhi geht davon aus, dass der Kanton schliesslich mehr Geld für das Bergholz-Projekt sprechen wird als die bisher geplanten zwei Millionen Franken. «Die Regierung spürt nach der Diskussion um den FC St. Gallen einen politischen Druck», sagt der SVP-Politiker. Dass der Antrag für die Unterstützung des FC St. Gallen im Kantonsrat durchkommt, glaubt er nicht. «Der Antrag ist schlecht vorbereitet, zudem ist der FC St. Gallen ein schwarzes Loch und man weiss nicht, wo das Geld hinfliesst», betont er. Bei einem allfälligen Ja des Kantonsrats habe das Volk zudem noch die Möglichkeit, das Referendum zu ergreifen. «Es haben mir schon einige Personen angedeutet, dass sie dies auch tun würden», erklärt Böhi. Das Bergholz-Projekt sei hingegen nicht mit der Sanierung des FC St. Gallen zu vergleichen. «Im Gegensatz zur Rettung des FC St. Gallen handelt es sich beim Bergholz um ein nachhaltiges Projekt», betont Erwin Böhi.

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