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veröffentlicht am Samstag, 29.08.2015

Artikel Wiler Zeitung: Der Wegfall des Morgenzugs wirft Fragen auf


Der ab Dezember 2015 gültige Fahrplan sorgt für erhitzte Gemüter. Nun steht nämlich fest, dass der morgendliche Schnellzug von Rorschach nach Zürich mit Halt in Flawil, Uzwil und Wil ab Dezember nicht mehr fährt. Die Wiler SVP-Fraktion um Erwin Böhi hat eine Interpellation eingereicht und stellt dem Stadtrat Fragen.

 

SIMON DUDLE

 

WIL. Für die Fraktion der SVP Wil handelt es sich um einen «Angebotsabbau», was per nächsten Fahrplanwechsel im Dezember geschieht. Ein zusätzlich eingeführter, stündlicher Intercity – St. Galler Sprinter genannt – wird zwischen Winterthur und St. Gallen nicht anhalten, also in Wil, Uzwil und Flawil vorbeifahren. Zudem wird der eingeschobene Interregio, welcher von Montag bis Freitag von Rorschach nach Zürich fährt und in Flawil, Uzwil und Wil anhält, mangels Platz auf den Schienen gestrichen. «In Zürich Hauptbahnhof sind am Morgen alle Gleise belegt. Deshalb kann ein Spezialprodukt, das nicht stündlich verkehrt, nicht mehr berücksichtigt werden», sagt SBB-Sprecherin Lea Meyer. Immerhin: Der wenige Minuten früher verkehrende Zug von St. Gallen nach Zürich mit Halt in Wil wird ab Dezember kein Neigezug mehr sein, sondern ein Doppelstöcker. Somit werden knapp 300 Sitzplätze mehr angeboten.

 

Unterschiedliche Ansichten

Bahnsprecherin Meyer ergänzt: «Wir rechnen damit, dass viele Pendler ab der Stadt St. Gallen neu den schnelleren Zug benützen und dadurch weitere freie Sitzplätze geschaffen werden können.» Dem entgegnet die Wiler SVP-Fraktion: «Entgegen der Erklärungen der SBB und der St. Galler Regierung werden die neuen Direktverbindungen für Wil kaum eine Entlastung mit sich bringen. Denn die Züge Richtung Zürich füllen sich weniger in St. Gallen, als vielmehr in Gossau, Flawil und Uzwil, wo die zusätzlichen Schnellzüge auch nicht halten werden.»

 

Drei Fragen an den Stadtrat

Böhi und die SVP-Fraktion wollen nun den politischen Druck erhöhen, haben eine Interpellation eingereicht und stellen drei Fragen an den Wiler Stadtrat. Sie wollen wissen, ob die Exekutive auch der Meinung ist, dass die Streichung des Entlastungszuges eine Benachteiligung für Wil und die Region bedeutet. Zudem fragen sie, wann der Stadtrat von der SBB über die Streichung dieses Zuges informiert worden ist und welche Schritte er dagegen unternommen hat. Des Weiteren stellt die SVP-Fraktion die Frage, ob der Stadtrat bereit ist, mit den Wiler Mitgliedern des Ständerats, Nationalrats und Kantonsrats bei den SBB und der St. Galler Regierung vorstellig zu werden.

 

 

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