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veröffentlicht am Donnerstag, 01.12.2011

Kolumne Wiler Nachrichten: Schulbusse und soziale Durchmischung


Im nördlichen Teil der Stadt Wil ist zusätzlicher Schulraum notwendig weil in den bestehenden Quartierschulhäusern Platznot herrscht. Nun ist eine Kontroverse um den Standort für ein neues Schulhaus und die soziale Durchmischung entbrannt. Dieses Konzept besagt, dass einheimische und fremdsprachige Kinder sowie solche aus einkommensstarken und einkommensschwachen Familien zusammen in die Schule gehen sollen. Was an sich wünschenswert wäre ist in der Praxis schwierig umzusetzen, denn die für die Zuteilung an die Schulhäuser massgebenden  Wohnquartiere sind wie überall auch in Wil nicht einheitlich gemischt.

 

Nun planen die Behörden mit dem Einsatz von Schulbussen die Durchmischung zu erzwingen, indem Kinder aus dem Norden  der Stadt in andere Quartiere transportiert werden um dort die Schule zu besuchen. Das ist fragwürdig, denn in einer freiheitlichen Gesellschaft ist es das Recht der Eltern selbst zu wählen wo sie wohnen und damit indirekt auch zu bestimmen, in welchem Schulhaus ihre Kinder unterrichtet werden.

 

Verfehlte Einwanderungspolitik

Es ist eine Tatsache, dass sich die Wohnquartiere und Schulen vermehrt entmischen. Das ist hauptsächlich die Folge der heutigen Einwanderungspolitik die sich zu sehr an den Bedürfnissen des Arbeitsmarkts orientiert und zu wenig Wert auf die Integration und die Sprachkenntnisse der Einwanderer und ihrer Kinder legt. Dies oft zum Nachteil der einheimischen Schüler, deren Eltern es häufig vorziehen die Quartiere mit steigendem Ausländeranteil zu verlassen. Diese Entwicklung ist auch in Wil gut sichtbar denn  im Kirchplatzschulhaus sind lediglich 15 % der Kinder fremdsprachig, während ihr Anteil im Lindenhofschulhaus  77 % beträgt.

 

Auch in den USA  wollte man die soziale Durchmischung verordnen, indem man die Kinder in die öffentlichen Schulen ausserhalb ihrer Wohnquartiere transportierte. Das führte zum erbitterten Widerstand der Eltern und insgesamt waren die Erfahrungen damit negativ. Es kam häufig zu grossen Spannungen in den künstlich durchmischten Schulhäusern. Wer es sich leisten konnte schickte seine Kinder in eine Privatschule und schlussendlich wurden die Zwangstransporte wieder abgeschafft. Es ist zu hoffen, dass sich die Wiler Schulbehörden nicht auf ein Experiment einlassen werden das seine Untauglichkeit bereits andernorts bewiesen hat.

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