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veröffentlicht am Dienstag, 20.12.2011

Leserbrief: Sonntagsverkauf und Polizeipräsenz


Sonntagsverkauf und Polizeipräsenz

Am Sonntagsverkauf vor Weihnachten war die Wiler Fussgängerzone so bevölkert wie das ansonsten fast nur anlässlich des Stadtfests der Fall ist. Zwischen Glühweinständen und improvisierten Konzerten tummelten sich neben Familien mit Kindern auch viele Leute welche die Gelegenheit benutzten sich mit Geschenken einzudecken und dementsprechend schwer beladen waren.  Von solchen Menschenansammlungen profitieren aber nicht nur die Geschäfte. Es gibt zwielichtige Gestalten die sich dabei vermutlich wie im Schlaraffenland fühlen, allen voran die Taschendiebe.

Positiv zu vermerken war am Sonntagsverkauf die gut sichtbare Polizeipräsenz. Dank den Zweierpatrouillen zu Fuss die sich unter die Leute mischen mussten wohl weniger Kunden an der Ladenkasse feststellen, dass ihr Portemonnaie weg ist. Die Polizeipräsenz am letzten Sonntag ist nicht selbstverständlich, denn die Belastung der Polizeibeamten und –beamtinnen hat in letzter Zeit ein Ausmass angenommen von dem die zuständigen Behörden nicht gerne reden. Neben der üblichen Polizeiarbeit belastet das Korps auch die immer öfteren massiven Einsätze an Risiko-Sportveranstaltungen und die gestiegene Gewaltbereitschaft. Wenn früher normalerweise eine Zweierpatrouille genügte um einen Einsatz durchzuführen so braucht es heute oft mehr Beamte weil sie selber  das Ziel von Gewalttätern werden. Dazu kommt die neue Strafprozessordnung die für die Polizei mehr Schreibarbeit verursacht und dementsprechend bleibt noch weniger Zeit für das Patrouillieren. Auch wenn die St. Galler Regierung beteuert, die öffentliche Sicherheit werde durch die Mehrbelastung keineswegs beeinträchtigt so ist es ein offenes Geheimnis, dass die Polizei am Anschlag ist.

Aus diesem Grund reichten Kantonsräte aus der Region Wil an der vergangenen Novembersession einen überparteilichen Antrag ein, um die bereits beschlossene Aufstockung des Polizeikorps nächstes Jahr wie geplant umzusetzen. Die Regierung wollte das aus finanziellen Gründen nicht tun. Leider konnte sie die Mehrheit des Kantonsrats davon überzeugen den Antrag abzulehnen, als ob die öffentliche Sicherheit nicht eine Kernaufgabe des Staates sei, für dessen Erfüllung die notwendigen Mittel auch in finanzpolitisch schwierigen Zeiten bereitgestellt werden müssen.

 

 

 

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