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veröffentlicht am Donnerstag, 27.03.2014

Artikel Wiler Zeitung: Spitalneubau grundsätzlich prüfen


Nach dem Willen der Regierung soll erst ab dem Jahr 2026 umfassend in das Spital Wil investiert werden. Dann steht eine Gesamtsanierung zur Diskussion. SVP-Kantonsrat Erwin Böhi wünscht sich indes einen Neubau statt einer Sanierung.

HANS SUTER

WIL. «Wenn man so viel Geld in eine Sanierung investieren muss, sollte man grundsätzlich auch einen Neubau an einem anderen Standort prüfen», sagt Erwin Böhi. Und zwar ohne Zeitdruck, was bei den aktuellen Spitalvorlagen zum Teil nicht der Fall gewesen sei. Deshalb will der Wiler SVP-Kantonsrat in der Juni-Session des Kantonsparlaments eine Motion mit einem klaren Auftrag an die Regierung einreichen.

In die Pflicht nehmen

«Ich möchte die Regierung verpflichten, in aller Ruhe einen Neubau statt nur eine Sanierung des Spitals Wil zu planen und dem Kantonsrat Bericht und Antrag zu unterbreiten», sagt Erwin Böhi. Damit möchte er auch Klarheit schaffen, wie die Regierung die Zukunft des Spitals Wil langfristig sieht. Mit einer Motion kann er das erreichen, vorausgesetzt, diese wird vom Kantonsrat als erheblich erklärt. Dazu muss er eine Mehrheit im Rat erreichen. Wie will er dies schaffen? «Die Motion soll möglichst breit abgestützt sein. Deshalb werde ich den Entwurf vorerst an alle Kantonsratsmitglieder des Wahlkreises Wil senden und um Unterstützung bitten», sagt Böhi. Anschliessend will er versuchen, möglichst viele Unterschriften zu bekommen, und zwar aus möglichst allen politischen Lagern. «Ich glaube, diese Motion ist im Interesse aller.»

110 Millionen vorgesehen

Während in den nächsten zehn Jahren 805 Millionen Franken in die Spitäler St. Gallen (400 Mio.), Altstätten (85 Mio.), Grabs (137 Mio.), Linth (98 Mio.) und Wattwil (85 Mio.) investiert werden sollen, sind für das Spital Wil nebst dem üblichen Unterhalt lediglich acht Millionen Franken für die Bereiche Notfall, Labor, Verwaltung geplant. Ab dem Jahr 2026 hingegen ist eine Gesamtsanierung vorgesehen. Die Kostenschätzung beläuft sich auf 110 Millionen Franken.

Neuen Standort prüfen

Angesichts dieser hohen Investitionssumme wünscht sich Erwin Böhi die Prüfung eines Neubaus. Er begründet: «Erstens baut man Spitäler heute anders als früher und bezieht bei den Abläufen auch die ökonomischen Aspekte stärker mit ein. Zweitens fallen bei Sanierungen die Kosten für Provisorien sehr hoch aus, weil der Betrieb aufrechterhalten bleiben muss.» Deshalb kann er sich gut vorstellen, an einem anderen Ort in der Stadt Wil einen Spitalneubau zu erreichten. Auf einen genauen Ort will er sich nicht festlegen. Als Möglichkeit zieht er das in Politikerkreisen oft genannte Gelände der Kantonalen Psychiatrischen Klinik Wil ebenfalls in Betracht. Doch was würde aus dem bestehenden Spital? «Grundsätzlich müsste es meines Erachtens vollumfänglich in Betrieb bleiben, bis ein allfälliger Neubau realisiert wäre. Danach könnte ich mir vorstellen, angesichts der demographischen Entwicklung einen Teil als Pflegeheim zu nutzen. Grundsätzlich ist zu sagen, dass das Spital auf einem Grundstück an sehr guter Lage steht.»

Bekenntnis zu Wattwil

Bedeutet ein Neubau, das zum Spitalverbund Fürstenland-Toggenburg gehörende Spital Wattwil langfristig aufzugeben? «Nein, keineswegs», sagt Böhi. «Das Spital Wattwil ist wichtig für das Toggenburg. Ich stelle es in keiner Weise in Frage.»

 

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