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veröffentlicht am Dienstag, 06.01.2015

Artikel St.Galler Tagblatt: Bevölkerung soll beim Spital Wil mitreden


Die St. Galler Regierung muss sich schneller wieder mit Spitalfragen beschäftigen, als ihr möglicherweise lieb ist. Die spitalfreie Phase nach der Mammut-Abstimmung von Ende November ist bereits vorbei. Gestern hat SVP-Kantonsrat Erwin Böhi eine Einfache Anfrage zur Zukunft des Spitals Wil eingereicht. Es steht zusammen mit den Spitälern Flawil, Rorschach und Walenstadt auf der Warteliste. Die Regierung hat stets beteuert: Auch sie werden erneuert – später. Die Etappierung der Bauvorhaben ist nötig, da der Kanton nicht x-beliebig viele Millionen jedes Jahr ausgeben kann. Die Regierung rechnet derzeit für das Spital Wil mit Investitionen von 110 Millionen. Baustart ist frühstens 2025.

Grundsatzfrage aufwerfen

Wenn so viel Geld in die Hand genommen werde, so der SVP-Kantonsrat, sollte grundsätzlich auch eine Neubauvariante geprüft werden und nicht von vorneherein eine Sanierung angepeilt werden. Doch Böhi ist lange genug in der Politik, um zu wissen, dass ein Neubau nicht an der Bevölkerung vorbei erzwungen werden kann. Den Wilerinnen und Wilern soll deshalb bereits in der Planungsphase – «die ersten Arbeiten sind angelaufen» – ein Mitspracherecht eingeräumt werden. «Direktdemokratisch eben.» Böhi will nun von der Regierung wissen, ob sie bereit ist, die Bevölkerung «in den Grundsatzentscheid Sanierung oder Neubau des Spitals Wil» einzubeziehen. Wäre ein solcher Entscheid konsultativ oder verbindlich? Auch dazu fordert Böhi Auskunft von der Regierung.

Neu bauen an neuem Ort

Der SVP-Politiker hat seine Meinung längst gemacht: Für ihn kommt nur ein Spitalneubau in Frage – auf dem Gelände der psychiatrischen Klinik. «Das Areal ist gross genug.» Was passiert mit dem heutigen Spitalstandort? «Er ist eine gute Reserve für einen späteren Ausbau des Pflegeheims», sagt Böhi und weiter: «Das Grundstück ist eine erstklassige Wohnlage. Der Boden ist Gold wert.»

Weshalb fordert er nicht gleich ein neues Spital für Wil? Böhi schüttelt den Kopf. Die Neubaufrage sei heikel – wie die Debatte im Rheintal gezeigt habe. Er wolle nicht mit der Türe ins Haus fallen. Wenn der Neubau in dieser frühen Phase Schiffbruch erleidet, ist er für die nächsten Jahre vom Tisch.

Wil und Wattwil bilden die Spitalregion Fürstenland-Toggenburg. Das Spital Wattwil hat seine Sanierung im trockenen; im November wurden 85 Millionen bewilligt. Drängt Böhi auf einen Grundsatzentscheid, weil er zuhinterst im Hinterkopf um den Spitalstandort Wil fürchtet? «Wil ist gesichert. Eine Schliessung des Spitals ist undenkbar.»

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