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veröffentlicht am Samstag, 22.03.2014

Artikel Wiler Zeitung: Wil soll ein neues Spital erhalten


NIEDERHELFENSCHWIL. Mit einem parlamentarischen Vorstoss in der Juni-Session will der Wiler SVP-Kantonsrat Erwin Böhi die Regierung beauftragen, dem Kantonsrat eine Bauvorlage für ein neues Spital an einem geeigneten Standort in Wil zu unterbreiten.

ANDREA HÄUSLER

Böhi kündete diese Absicht an einer Informationsveranstaltung der SVP-Ortspartei Niederhelfenschwil zur Spitalplanung und der Gesundheitsversorgung im Kanton St. Gallen an. Dem Vorstoss legt er zwei Anliegen zugrunde. Einerseits wäre ein Neubau aufgrund der veralteten Strukturen und fehlenden Erweiterungsmöglichkeiten sinnvoll. Anderseits zwinge der Vorstoss die Regierung dazu, hinsichtlich der Zukunft des Spitalstandorts Wil Farbe zu bekennen.

Acht Millionen für Umbauten

Denn die Sanierung des Spitals Wil hat für die Regierung keine Priorität. Zwar soll dem Kantonsrat noch dieses Jahr ein Kredit von rund 8 Mio. Franken für den Ausbau der Notfallstation und Umbauten in den Bereichen Labor und Verwaltung unterbreitet werden und sind ab 2025 Investitionen von 110 Mio. Franken geplant, doch gehört Wil nicht zu jenen Spitälern, die bis zum Jahr 2021 umfassend um- und ausgebaut werden – sofern der Kantonsrat die erforderlichen 930 Mio. Franken in der 2. Lesung im Juni bewilligt. Der Aufschub der Sanierung der Spitäler Wil, Flawil, Rorschach und Walenstadt sei von der Regierung als Etappierung, aber auch als «strategischer Spielraum» bezeichnet worden, sagte Erwin Böhi am Donnerstagabend. Formulierungen, die ihm Sorgen bereiteten, obwohl von Spital-Schliessungen bisher nicht die Rede war.

Standort Psychiatrische Klinik?

Als möglichen Standort für einen Neubau könnte sich Böhi unter anderen das Areal der Psychiatrischen Klinik in Wil vorstellen. Hier liessen sich allenfalls Synergien nutzen. Zudem befindet sich das Land bereits im Besitz des Kantons St. Gallen. Das heutige Spital könnte später für eine Erweiterung des Pflegeheims genutzt werden. Dies seien jedoch Gedankenspiele, betonte Böhi, der seinen parlamentarischen Vorstoss offen und vor allem unabhängig von Standortfragen formulieren will.

Investitionen von fast 1 Mrd.

Erwin Böhi war Mitglied der 21köpfigen Kommission, welche die fünf Kantonsratsbeschlüsse über die Investitionen in die Infrastruktur der Spitäler St. Gallen, Altstätten, Grabs, Linth und Wattwil sowie jenen über das Darlehen für den Neubau des Kinderspitals vorberaten hatte. Aus dieser Perspektive informierte er vor rund 14 interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern im «Kreuz» über das 930-Millionen-Investitionspaket, das der Kantonsrat in der Juni-Session verabschieden und das der Bevölkerung im November zur Abstimmung vorgelegt werden soll.

Spitäler im Konkurrenzkampf

Die baulichen Anpassungen an und in den St. Galler Spitälern seien wichtig, sagte Erwin Böhi. Einerseits beeinflussten die Privatkliniken die Patientenströme und anderseits sei mit der freien Spitalwahl die interkantonale Konkurrenz unter den öffentlichen Spitälern gestiegen. Die meisten Bauten bzw. Infrastrukturen stammten aus den 1960er- und 70er-Jahren. Um dem heutigen Leistungsangebot, den Sicherheitsvorschriften, aber auch den Komfortansprüchen der Patienten gerecht werden zu können, seinen neue Standards erforderlich. Allein aus wirtschaftlicher Sicht müssten Spitäler geschlossen werden, sagte Böhi. Politisch seien Spitalschliessungen jedoch, das lehre die Geschichte, nicht durchsetzbar.

Vordringliche Projekte

Prioritär wolle die Regierung das Kantonsspital St. Gallen für rund 400 Millionen Franken umbauen und den Neubau des Kinderspitals auf dem Gelände des KSSG-Areal realisieren, die Spitäler Altstätten, Grabs, Uznach und Wattwil bis in die Jahre 2020, bzw. 2021 umbauen und erweitern, sagte Böhi. Die Weichen dafür würden in der Juni-Session des Kantonsrats gestellt. Umfassende Sanierungen der Spitäler Wil und Rorschach seien bis 2025/26, der Spitäler Walenstadt und Flawil gar bis 2032/34 aufgeschoben.

 

 

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