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veröffentlicht am Samstag, 17.09.2011

Kolumne Wiler Nachrichten: Ultras und Hooligans


Wie man  auch in Wil feststellen kann, kommt es bei Fussballspielen immer wieder zu Zwischenfällen und Sachbeschädigungen, wobei sich die Probleme vermehrt auf den Weg in die Stadien und in deren Umfeld verlagert haben. Auch wenn es sich bei den Verursachern nur um eine kleine Minderheit von Match-Besuchern handelt muss jeweils ein grosses Polizeiaufgebot vor Ort sein damit die Situation nicht ausser Kontrolle gerät. Das führt  dazu, dass die bereits heute chronisch unterdotierten Polizeikorps an die Grenzen ihrer Einsatzmöglichkeiten stossen.

 

Noch immer gibt es Fussballklubs die zu wenig gegen die Gewaltbereitschaft unternehmen  und zu viel Rücksicht auf gewisse ihnen nahestehende Fangruppen nehmen, darunter diejenigen, die sich als Ultras bezeichnen. Im Gegensatz zu den Hooligans welche gezielt die Auseinandersetzung mit den Anhängern der gegnerischen Klubs suchen konzentrieren sich die Ultras auf die Unterstützung ihrer Mannschaft. Dazu gehört das verbotene, weil gefährliche Abbrennen von glühenden Leuchtpetarden, den Pyros. Dabei missbrauchen die Pyromanen oft die an sich originellen Fan-Choreografien aus Plakaten und Fahnen  als eine Art Schutzschild um sich dahinter zu verstecken oder um rasch die Kleidung zu wechseln mit dem Ziel, die Sicherheitsbeauftragten mit ihren Überwachungskameras in die Irre zu führen.

Der Kanton St.Gallen hat bei der Bekämpfung von Gewalt im Rahmen von Fussballspielen in letzter Zeit einige Fortschritte gemacht. Dazu haben auch die von der SVP-Kantonsratsfraktion geforderten Schnellverfahren beigetragen dank denen  Straftäter unverzüglich vor Ort verurteilt werden können. Die Strafverfolgungsbehörden setzen dabei speziell ausgebildete Polizisten ein um Videobeweise zu sammeln und um Rädelsführer aus einer Gruppe von gewalttätigen Personen festzunehmen.

Neben den bereits angewandten Massnahmen, darunter das Vermummungsverbot und die Stadionverbote gäbe es weitere Möglichkeiten, beispielsweise Meldeauflagen für notorische Gewalttäter die sich während eines Spiels bei der Polizei melden müssen.

 

Auch die Fanarbeit kann einen positiven Beitrag leisten, wobei der Einfluss der Fanclubs auf ihre Mitglieder nicht überschätzt werden sollte denn manche können oder wollen  gar nicht  gegen das Fehlverhalten einzelner ihrer Mitglieder vorgehen.

 

Neue Gesetze bringen kaum etwas. Viel wichtiger wäre es, die bereits bestehenden Möglichkeiten konsequent anzuwenden was im Gegensatz zum Kanton St. Gallen noch immer nicht überall der Fall ist. 

 

 

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