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veröffentlicht am Dienstag, 11.10.2011

Wiler Zeitung

Leserbrief: Ausschreitungen nach Fussballmatch Wil-Aarau


Gesetze und ihre Umsetzung

Anhänger des FC Aarau stürmten am 9. April nach der Niederlage ihrer Mannschaft gegen den FC Wil das Stadion Bergholz und nachdem die Aarauer am ersten Oktoberwochenende gegen den FC Wil wieder verloren hatten, kam es zu neuen Ausschreitungen. Für die Polizei kam all dies überraschend und es waren die Besatzungen von Patrouillenfahrzeugen, die aufgeboten wurden und den Kopf hinhalten mussten. Weder hatten sie die notwendige Ausrüstung dabei, noch waren sie auf den Einsatz vorbereitet und prompt wurden zwei von ihnen durch Gewalttäter verletzt.

 

Es ist unverständlich, dass die Einsatzleitung der Polizei den Fussballmatch Wil – Aarau nicht als Hochrisiko-Spiel eingeschätzt und entsprechende Vorkehrungen getroffen hat. Auch wenn das Endresultat des Matches nicht vorhersehbar war, so musste man damit rechnen, dass es zu Problemen kommen könnte, denn gegenseitige Abrechnungen sind unter gewissen Fussball-Fangruppen üblich.

Unter den Aarauer Fans gibt es einige, die  nicht gerade als Unschuldsengel bekannt  sind und schon bei ihrer Ankunft am Bahnhof Wil war es klar, dass nicht alle wegen des Fussballspiels gekommen sind. Man hätte die schwarz gekleideten Kapuzenmänner mit Halstüchern und Skibrillen (wofür wohl?) eigentlich bereits bei ihrer Ankunft anhalten sollen, denn es war offensichtlich, dass sie das seit 2009 gültige Vermummungsverbot nicht respektieren würden.

 

Der Kanton St. Gallen ist bei der Bekämpfung von Gewalt im Rahmen von Sportveranstaltungen schweizweit führend. Dazu haben auch die vom Kantonsrat geforderten Schnellverfahren beigetragen, dank denen Straftäter unverzüglich vor Ort verurteilt werden können. Die Strafverfolgungsbehörden setzen dabei speziell ausgebildete Polizisten ein, um Videobeweise zu sammeln und um Rädelsführer aus einer Gruppe von gewalttätigen Personen festzunehmen. Diese Einsätze haben sich in der AFG-Arena als sehr wirkungsvoll erwiesen. Aber, wie der Fall Wil zeigt, nützen Gesetze nicht viel, wenn man sie nicht umsetzt beziehungsweise das dafür notwendige Personal nicht einsetzt.

 

 

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