Alle Aktuellbeiträge

veröffentlicht am Donnerstag, 03.03.2016

St.Galler Tagblatt: Medialer Einheitsbrei wird befürchtet


ST. GALLEN. Die NZZ-Gruppe unterstellt ihre Regionalmedien einer gemeinsamen publizistischen Leitung. Dies hat die St. Galler SVP-Kantonsräte Michael Götte (Tübach) und Erwin Böhi (Wil) auf den Plan gerufen. Unter dem Titel «Droht der Ostschweiz ein medialer Einheitsbrei?» haben sie einen politischen Vorstoss eingereicht. Der «zentralistische Ansatz» der Besitzer des Tagblatt-Verbunds bedrohe die Vielfalt der Ostschweizer Medienlandschaft, die bereits heute «weitgehend von der NZZ-Gruppe kontrolliert» werde, halten Böhi und Götte fest. Die NZZ-Gruppe nehme «eine monopolähnliche Stellung» ein.

So sehr aufgrund der wirtschaftlichen Situation der Printmedien verständlich sei, dass betriebswirtschaftliche und redaktionelle Synergien genutzt würden, so sehr sei der Entscheid «aus staatspolitischer Sicht bedauerlich – denn damit besteht die Gefahr, dass die Medienvielfalt und damit auch die Meinungsvielfalt in der Ostschweiz beeinträchtigt werden».

Die Entwicklungen der vergangenen Monate seien bereits heute spürbar, so Böhi und Götte. Diese hätten sich «negativ auf die Qualität der Berichterstattung über die Regionalpolitik» ausgewirkt. Von der Regierung wollen die Kantonsräte wissen, ob sie ihre Befürchtungen teile. Und ob sie bereit sei, der Geschäftsleitung der NZZ-Gruppe die Erwartungen des Kantons zu erläutern – «in Bezug auf eine ausführliche regional- und lokalrelevante Behandlung publizistischer Themen, welche die Ostschweiz betreffen». (rw)

Alle Aktuellbeiträge