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veröffentlicht am Samstag, 05.03.2016

Wiler Zeitung: Das Spital unbedingt erhalten


PHILIPP HAAG

WIL. Das fast 40 Jahre alte Spital Wil ist stark sanierungsbedürftig. Am Montag startet eine Umbauetappe für 9,7 Millionen Franken. Die grundlegende Sanierung und Erweiterung sieht die St. Galler Regierung aber erst ab dem Jahr 2025 vor. Der Wiler SVP-Parlamentarier Erwin Böhi fordert nun, bevor die Planungsarbeiten für die Sanierung des Spitals zu weit fortgeschritten seien, müsse ein Neubau an einem anderen Standort auf Stadtgebiet geprüft werden. Er reichte deshalb dem Stadtrat eine Motion ein, in der er verlangte, den Stimmberechtigten eine Vorlage zu unterbreiten für einen Grundsatzentscheid, ob an einem anderen Standort in Wil ein neues Spital erstellt werden soll. «Auch wenn der Entscheid für den Kanton nicht verpflichtend ist», sagte Böhi, «ist es kaum vorstellbar, dass sich der Kanton gegen den Willen der Bevölkerung stellt.»

Als Reaktion auf Böhis Motion arbeitete das Parlamentspräsidium ein Postulat aus, was Böhi an der Parlamentssitzung vom Donnerstagabend bewog, seine Motion zurückzuziehen. Guido Wick, Fraktionspräsident der Grünen Prowil, der als Erstunterzeichner des Postulats auftrat, begründete den Vorstoss damit, dass die politischen Ebenen sauber auseinander gehalten werden sollten. Im Postulat wird der Stadtrat aufgefordert, aus wirtschaftlicher und raumplanischer Sicht die Vor- und Nachteile eines Neubaus sowie einer Sanierung des Spitals aufzuzeigen. Dem von Wick erwähnten Konsens «dass das Spital unbedingt erhalten werden muss», pflichtete Stadtrat Marcus Zunzer bei. «Das Akutspital hat einen hohen Stellenwert für Wil.» Böhi seinerseits mahnte, dass die Auswirkungen der Übertragung der Spitalimmobilien vom Kanton an die Spitalverbünde noch nicht klar seien. «Dies muss im Auge behalten werden.» Die Mitglieder des Stadtparlaments erhoben mit 40 Ja-Stimmen das Postulat als erheblich und überwiesen es an den Stadtrat.

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