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veröffentlicht am Mittwoch, 08.06.2016

Artikel St.Galler Tagblatt: «Mundart isch ziitgmäss», aber im Rat nicht erwünscht


 

ST. GALLEN. Eine gestern im St. Galler Kantonsrat behandelte Motion von Erwin Böhi (SVP) und Meinrad Gschwend (Grüne) verlangte, dass die Beratungen im Rat sowohl auf Hochdeutsch als auch in Mundart geführt werden können. Dies solle im Geschäftsreglement ausdrücklich erwähnt werden. «Mundart erlebe eine eigentliche kulturelle Blüte» begründen sie ihr Ansinnen.

Michael Götte (SVP) sprach sich gestern im Kantonsrat im Namen des Präsidiums gegen die Motion aus. Die Schriftsprache erleichtere einiges im Ratsbetrieb, beispielsweise die Protokollführung. Ausserdem schreibe das aktuelle Reglement gar nicht vor, dass die Beratungen in Schriftsprache geführt werden müssten. Deswegen gebe es keinen Grund, dies jetzt zu ändern: «Bisher kamen wir gut ohne formelle Regelung aus.»

Derart ermuntert hielt Böhi sein Votum gleich auf Mundart – das sei ja offenbar erlaubt. Die Motion verlange ja nicht, dass die Parlamentarierinnen und Parlamentarier Mundart reden müssten. «Aber es söll möglich si. Mundart isch ziitgmäss und anti-elitär.» Die Motion wurde mit 67 zu 42 Stimmen bei einer Enthaltung abgelehnt. (sib)

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