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veröffentlicht am Samstag, 03.09.2016

Artikel Wiler Zeitung: Radikalisierung_Erwin Böhi will Registrierungspflicht für Imame


Der Wiler SVP-Kantonsrat und Stadtparlamentarier Erwin Böhi misstraut einigen Imamen. Das Problem sieht er vor allem bei mobilen Imamen, die nur für ein Referat in die Schweiz kämen und dann wieder abreisten.

HANS SUTER

Um Vorfälle der Radikalisierung wie in Winterthur zu verhindern, plant Böhi einen Vorstoss im St. Galler Kantonsparlament. Über dieses Wochenende will er einen Postulatsentwurf ausarbeiten, der eine Registrierungspflicht für Imame in der Schweiz fordert. Seine Partei weiss noch nichts davon. Folglich ist auch noch nicht klar, ob es ein Fraktions- oder ein persönlicher Vorstoss sein wird in der Septembersession. Am liebsten wäre Böhi eine Bewilligungspflicht für Imame. Vorabklärungen hätten jedoch ergeben, dass dies schwierig umzusetzen wäre. Deshalb konzentriert er sich auf das Erlassen einer Registrierungspflicht.

Vorstoss im Stadtparlament
Auch der Wiler SVP-Stadtparlamentarier Nathanael Trüb sorgt sich um die Sicherheit von Schülerinnen und Schülern. Am Donnerstagabend hat er im Wiler Stadtparlament die Interpellation «Früherkennung von Radikalisierung an den Wiler Schulen» eingereicht. Unterschrieben von fünf SVP-Fraktionsmitgliedern und einer GLP-Vertreterin. Trüb will vom Stadtrat erfahren, was dieser zum Thema Radikalisierung denkt und was er präventiv dagegen unternimmt. «Es geht mir um den Schutz der Schüler gegen Radikalisierung und Jihadismus, die strategische Berücksichtigung durch den Schulrat als längerfristige Entwicklung und die Sensibilisierung und Synchronisierung der Lehrkräfte und der Schulsozialarbeit für die Früherkennung», begründet der heute in der Krisenintervention tätige ehemalige Lehrer seinen Vorstoss. «Dies unter Beachtung des Datenschutzes und der Rechte der Betroffenen Eltern und Kinder.»

Wachsamen Auges
Hat es an den Wiler Schulen schon einmal Anzeichen einer Radikalisierung bei Schülern gegeben? «Ohne die stadträtliche Antwort auf den Vorstoss vorwegnehmen zu wollen, nur so viel: Jugendliche in der Pubertät befinden sich oftmals in einem persönlichen Umbruch, sie sind auf der Suche nach ihrer Identität und ihrem Platz in der Gesellschaft», sagt Schulratspräsidentin und Stadträtin Jutta Röösli. «Über die modernen Medien sind sie recht leicht zu erreichen und anzusprechen – dies kann in einer solchen Phase einer gewissen persönlichen Unsicherheit auch die Gefahr einer Radikalisierung bergen.» Die Personen, die an den Schulen der Stadt Wil tätig sind, seien sich dieser Umstände bewusst. «In den Wiler Schulen wird deshalb auf allfällig entsprechende Anzeichen geachtet – so, wie wir auch auf andere Anzeichen zu ganz verschiedenen Themen ein Augenmerk haben.» Gebe es solche Anzeichen, werde zeitnah und angemessen reagiert, wobei unter anderem der Kontakt mit den betreffenden Jugendlichen und den Eltern gesucht werde.

 

 

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