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veröffentlicht am Dienstag, 06.12.2016

Leserbrief Wiler Zeitung: Die Stadt und Wil Tourismus


Es ist bedauerlich, dass sich die Stadt Wil und der Verein Wil Tourismus nicht über eine zukünftige Zusammenarbeit einigen konnten. Man kann nur spekulieren darüber, ob der Umzug des Wiler Tourismusbüros vom Stadtsaal in die Altstadt die Ursache oder die Folge des Zerwürfnisses ist. Für die Bevölkerung nachvollziehbare Argumente für diesen Entscheid sind jedenfalls kaum vorhanden. Auch aus der von der Stadt in Auftrag gegebenen Studie zur Tourismusentwicklung, die von der HTW Chur, der Hochschule für Technik und Wirtschaft ausgearbeitet wurde geht nicht wirklich hervor, warum das Tourismusbüro verlegt werden soll. Die Studie erreicht im Übrigen die Qualitätsstufe nicht, die man von einem Hochschulinstitut für Tourismus erwarten dürfte. Neben inhaltlichen Unzulänglichkeiten fehlt die Unvoreingenommenheit, so wie sie in einer wissenschaftlichen Studie selbstverständlich sein sollte. Bei einer objektiven Analyse des Dokuments kommt man nämlich zum Schluss, dass es sich dabei eher um eine Rechtfertigung der Absicht handelt, die Rolle des Vereins Wil Tourismus zu schwächen und jene der Stadt und der Stiftung Hof zu stärken.

 

Ob die Pläne der Stadt für die Förderung des Tourismus in Wil hilfreich sein werden ist unklar; klar dagegen ist, dass es viel teurer wird, denn die heute noch 1,6 Stellen des Tourismusbüros beim Bahnhof sollen langfristig auf 4 Vollzeitstellen in der Altstadt ausgebaut werden.

 

Dass es Meinungsverschiedenheit geben kann über die Ausrichtung einer Tourismusorganisation ist verständlich. Nicht verständlich ist, dass  die Verantwortlichen ihren Streit an die Öffentlichkeit tragen. Umso weniger, als die Stadt als finanzielle Hauptsponsorin des Tourismusbüros schon lange die Möglichkeit gehabt hätte, dort allfällige interne Unzulänglichkeiten zu korrigieren.

Erwin Böhi

 

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