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veröffentlicht am Montag, 31.07.2017

Tagblatt: Frauen beim Staat geht es schlecht


LOHNDISKRIMINIERUNG

Erwin Böhi macht sich für die Frauen stark. Möglicherweise. Vielleicht will er auch einfach das Verhalten des Staates kritisch hinterfragen. Jedenfalls hat der Wiler SVP-Kantonsrat die Lohnstrukturerhebung des Bundesamts für Sta­tistik studiert und dabei eine «erstaunliche Behauptung» entdeckt, wie er schreibt. So soll der Staat die Frauen bei den Löhnen stärker diskriminieren als die Privatwirtschaft. Die Statistik zeige, dass sich bei Bund, Kantonen und Gemeinden 42 Prozent der Lohnunterschiede zwischen Frau und Mann nicht mit Dienstalter, Ausbildung oder Qualifikation erklären lassen; in der Privatwirtschaft sind es 39 Prozent. Der nicht erklärbare Anteil der Lohnunterschiede wird als Geschlechterdiskriminierung interpretiert.

Diese Auffälligkeit sei «erstaunlich», hält Böhi fest. Umso mehr, als für die Mitarbeitenden kantonaler Verwaltungen üblicherweise ein Lohnsystem gelte, das kaum Raum für Lohnverhandlungen oder Anpassungen lasse. Und so will der Wiler Kantonsrat nun von der Regierung erfahren, ob es bei den Löhnen der Verwaltung tatsächlich Unterschiede gibt, die nicht erklärbar sind. Er erkundigt sich auch nach der konkreten Datenlage im Kanton und den Gründen, weshalb es die Regierung nicht für nötig gehalten hatte, sich zur angeblichen staatlichen Lohndiskriminierung zu äussern. (rw)

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