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veröffentlicht am Donnerstag, 03.05.2018

Wiler Nachrichten: Böhi gewinnt Kantonsrat für Seeenergie


Seine beiden Thurgauer Mitstreiter haben es bereits getan. Nun zieht der St.Galler Kantonsrat Erwin Böhi nach: Letzte Woche reichte er ein Postulat zur Energiegewinnung aus Seewasser ein. Die Besonderheit: Alle Parteien ziehen mit. 

Wil «Es war mein Traum, das Postulat fraktionsübergreifend einzureichen», sagt Erwin Böhi. Dass dies aber zustande kommt, hat der SVP-Kantonsrat nicht recht geglaubt. 

Kompromisse eingehen 

Bereits Anfang März fing er an, für sein Anliegen zu weibeln. Zusammen mit seinen Thurgauer Ratskollegen Hanspeter Gantenbein und David Zimmermann arbeitete er eine kantonsübergreifende Anfrage aus. Inhalt: Die Nutzung des Bodensees als Energiespender (siehe WN 29. März). Während die Thurgauer ihre Anfrage bereits Ende März einreichten, dauerte es bei Böhi etwas länger. Denn er wollte alle Parteien im Kantonsrat für sein Unterfangen gewinnen. Dafür musste er auch Kompromisse eingehen: «Die ersten Rückmeldungen waren durchwegs positiv. Als es dann ins Detail ging, gab es unter anderem Diskussionen um die Formulierung.» Deshalb steht nun im St.Galler Postulat, dass alle kantonalen Gewässer auf ihre Eignung für die Energienutzung geprüft werden sollen. Nicht nur der Bodensee. Eine Änderung, die Böhi akzeptabel findet. Für ihn steht in diesem Fall die parteiübergreifende Zusammenarbeit an erster Stelle. Sie soll ein Zeichen setzen.

Auch ein Zeichen an den Thurgau 

«Wir senden hier ein politisches Signal», sagt Erwin Böhi. Denn sowohl im St.Galler Postulat als auch in der thurgauischen Anfrage ist ausdrücklich erwähnt, dass die Prüfung der kantonalen Gewässer als überkantonale Zusammenarbeit funktionieren soll. «Wenn es um den Bodensee geht, kann man nicht einfach im eigenen 'Gärtli' etwas machen», erklärt Böhi. «Die Regierungen müssen zusammenarbeiten.» Der Thurgauer Mitstreiter Hanspeter Gantenbein sieht im geeinten St.Galler Kantonsrat auch Signalpotenzial für seine Regierung: «Es wäre blamabel, wenn der Kanton Thurgau nicht auf das Geschäft eintreten würde.» Auf St.Galler Seite zweifelt Erwin Böhi nicht am Erfolg der Sache. Er geht davon aus, dass die Regierung bereits in der Junisession zum Postulat Stellung nehmen wird. Das Eintreten sieht er als unbestritten an, auch wenn die überkantonale Zusammenarbeit wohl noch zu Diskussionen führen werde: «Die Regierung muss eintreten, weil alle Parteien unterzeichnet haben. Sie muss ein Zeichen setzen.» kim

 

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