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veröffentlicht am Mittwoch, 13.06.2018

St.Galler Tagblatt: SVP-Kantonsräte wollen ausländische Staatspropaganda im Heimatkundeunterricht verbieten


Das türkische Schultheater, das im März in Uttwil aufgeführt wurde, hat im Kanton St.Gallen ein politisches Nachspiel. SVP-Parlamentarier fordern, dass der Heimatkundeunterricht gesetzlich strenger geregelt wird.

Adrian Vögele

Die martialischen Bilder warfen hohe Wellen: Schweizerisch-türkische Primarschüler aus dem Kanton St.Gallen haben im März in Uttwil mit Spielzeugwaffen eine Schlacht nachgespielt. Dies im Rahmen des "Unterrichts in heimatlicher Sprache und Kultur" (HSK). Der Fall ist nun Thema im St.Galler Kantonsrat. Die SVP-Parlamentarier Sandro Wasserfallen und Erwin Böhi verlangen per Motion, dass der Kanton "ausländischer Staatspropaganda in der Volksschule und im schulischen Umfeld" einen Riegel schiebt. Heute könnten die Behörden wegen fehlender gesetzlicher Grundlagen nicht eingreifen, der HSK-Unterricht verlaufe ohne staatliche Aufsicht. "Damit werden potenziellem Missbrauch und propagandistischen Zwecken Tür und Tor geöffnet." So beabsichtige die türkische Regierung, in diversen europäischen Staaten eine Bildungsoffensive zu lancieren.

Wasserfallen und Böhi weisen darauf hin, dass die Schulgemeinden für den HSK-Unterricht Räume und Material zur Verfügung stellen. Zudem würden die Kurse in den Zeugnissen der Volksschule ausgewiesen. "Damit steht die öffentliche Schule in direkter Verbindung zu den HSK-Kursen." Sie müsse entsprechend Verantwortung übernehmen und in problematischen Fällen eingreifen können. Regierung und Parlament haben den Vorstoss noch nicht behandelt.

 

 

 

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