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veröffentlicht am Dienstag, 19.02.2019

Wiler Zeitung: Stadt Wil richtet Online-Meldestelle für Mängel und kleinere Schäden ein


Vandalen am Werk? Strassenbeleuchtung defekt? Schäden an der Strasse? Bald können die Wilerinnen und Wiler Mängel und Beobachtungen auf einfache Weise digital melden. Der Stadtrat reagiert damit auf eine Motion aus dem Parlament.

Hans Suter

Melden statt sich ärgern: Der Wiler SVP-Stadtparlamentarier Erwin Böhi möchte, dass die Wiler Bevölkerung entdeckte Mängel und kleinere Schäden auf dem Stadtgebiet auf möglichst einfache Weise melden kann (Wiler Zeitung vom 19. 1. 2019). Um dies zu erreichen, hat er am 10. Januar eine Motion eingereicht. Darin wird der Stadtrat zur Umsetzung einer kostengünstigen Lösung eingeladen. Die Motion wurde von 27 Parlamentarierinnen und Parlamentariern aus allen Fraktionen ausser der FDP mitunterzeichnet. Das hat Gewicht.

Wunsch wird zum eigenen Befehl

Bereits am 23. Januar hat sich der Stadtrat mit dem Anliegen befasst und beschlossen, die Motion umzusetzen. «Obwohl durch das fast tägliche Befahren unseres Strassennetzes durch die Fahrzeuge der Abfallentsorgung der Zustand der Strasseninfrastruktur und Beleuchtung ständig beobachtet wird, kann mit einer digitalen Meldemöglichkeit den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Wil ein einfaches Mittel geboten werden, Mängel zu melden und weitere Feedbacks an die Verwaltung abzugeben», schreibt Stadtpräsidentin Susanne Hartmann in einem Brief an Erwin Böhi. Für die Umsetzung sei das Departement Bau, Umwelt und Verkehr (BUV) verantwortlich.

Motion wird zurückgezogen

«Zwischenzeitlich erfolgten erste Kontakte mit Softwarelieferanten für die Einführung einer Online-Meldestelle», schreibt Susanne Hartmann weiter. Das BUV werde die Evaluation mit der städtischen Informatik- Dienststelle demnächst abschliessen, damit die Umsetzung im Verlauf der nächsten Monate abgeschlossen werden könne. Sodann richtet die Stadtpräsidentin die Fragen an Erwin Böhi, ob er aufgrund dieser Zusage zum Rückzug seiner Motion bereit sei.

Er ist es: «Ich habe heute der Stadtpräsidentin mitgeteilt, dass ich mit dem Rückzug der Motion einverstanden bin», erklärte Erwin Böhi gestern und lobte: «Der Stadtrat hat schnell und unbürokratisch gehandelt. Offensichtlich anerkennt er den Nutzen einer Online- Meldestelle.»

Andere Städte machen positive Erfahrungen

Erwin Böhi begründete seine Motion mit positiven Erfahrungen aus verschiedenen Städten, darunter Gossau, Zürich und Schaffhausen, die eine Online-Meldestelle eingerichtet hätten, wo Mängel und Schäden im öffentlichen Raum schnell und unkompliziert gemeldet werden können. Die gemeldeten Bereiche betreffen Grünflächen, Lichtsignalanlagen, Strassenbeleuchtung, Abfall, Verschmutzungen, Schmierereien, Strassenschäden und anderes. Die Meldungen, die auch mit Fotos von den festgestellten Mängeln ergänzt werden könnten, werden den zuständigen Dienststellen der Stadt vom Administrator der städtischen Website beziehungsweise der App zur Behebung weitergeleitet. Die Person, die den Mangel melde, muss sich nicht selbst darum bemühen, die verantwortliche Stelle zu ?nden. Sobald der Schaden behoben ist, erhält die meldende Person eine Rückmeldung. Nicht geeignet sei die Meldestelle hingegen für Anliegen, die eine sofortige Intervention erforderten, zum Beispiel im Bereich von Polizei, Feuerwehr oder den Technischen Betrieben.

Von der Bevölkerung begrüsst

«Die Erfahrungen der genannten Städte sind positiv, die Bevölkerung begrüsste überall die Einführung der zeitgemässen und benutzerfreundlichen Online-Meldestelle», schreibt SVP- Stadtparlamentarier Erwin Böhi in seiner Motion. Für die städtischen Verwaltungen sieht der Stadtparlamentarier ebenfalls Vorteile:

«Schäden an der Infrastruktur können schneller entdeckt und behoben werden, und weil die Meldungen öffentlich sichtbar sind, kommt es zu weniger Mehrfachmeldungen.»

 

 

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