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veröffentlicht am Donnerstag, 22.08.2019

Kolumne Wiler Nachrichten: Notfall Spitäler


Die finanzielle Situation der St.Galler Spitäler ist kritisch. Aus diesem Grund arbeitet der Verwaltungsrat der Spitalverbunde seit 2017 an der Restrukturierung der gesamten Spitallandschaft. Dabei geht es vor allem um die Konzentration der medizinischen Leistungen an vier der heute neun Standorte. Die Spitalregion Fürstenland-Toggenburg (SRFT) mit den Spitälern Wil und Wattwil ist von den Plänen des Verwaltungsrates auch betroffen. Ein vorläufiger Baustopp für die zweite Phase der Erweiterung des Spitals Wattwil und die Konzentration der Operationen in Wil wurden bereits beschlossen. Zudem ist auf absehbare Zeit hin die eigentlich überfällige Sanierung des Spitals in Wil kein Thema. Die SRFT hat akute Liquiditätsprobleme, unter anderem aufgrund der Abschreibungen für die bereits realisierten Erweiterungsbauten in Wattwil. Die Regierung beantragt dem Kantonsrat nun gewissermassen notfallmässig, für die nächsten 3 Jahre 12,7 Mio. Franken bereitzustellen.

Der Verwaltungsrat stellt die Weiterführung der Spitäler Altstätten, Flawil, Walenstadt, Wattwil und Rorschach in Frage. Das will eine Gruppe von SVP-Mitgliedern aber nicht einfach so hinnehmen und sie plant eine kantonale Volksinitiative zur Sicherstellung der Notfallversorgung. Gegenwärtig ist der Initiativtext bei der Regierung zur obligatorischen Vorprüfung. 

Zwar ist es unbestritten, dass es Kostensenkungen im Gesundheitswesen braucht. Aber gleichzeitig muss die Politik ihre Verantwortung wahrnehmen und dafür sorgen, dass die Bevölkerung in allen Regionen auf eine wohnortnahe und umfassende 24-Stunden Notfallversorgung in den Spitälern zählen kann. Ebenso soll sie die Möglichkeit haben, bei der Neugestaltung der St. Galler Spitallandschaft mitzubestimmen. Die Lancierung der Initiative ist für den Herbst geplant.

 

 

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