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veröffentlicht am Freitag, 08.01.2021

Die Ostschweiz: Wiler Kantonsrat fordert mehr Schutz für Corona-Risikogruppen


Der Wiler SVP-Kantonsrat Erwin Böhi will Schutzmassnahmen, welche die effektiv gefährdeten Personen besser schützen und dabei weniger Schaden für Wirtschaft und Gesellschaft provozieren. Er richtet eine Einfache Anfrage an die St.Galler Regierung.

Stefan Millius

«Die Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie haben gravierende wirtschaftliche und gesellschaftliche Nebenwirkungen auf die Gesamtbevölkerung», schreibt Erwin Böhi in seinem Vorstoss. Kinder und Jugendliche müssten Einschränkungen im Schulbetrieb in Kauf nehmen. Im Kanton St. Gallen seien rund 40’000 Erwerbstätige in 3000 Betrieben in Kurzarbeit, die Arbeitslosigkeit habe innerhalb eines Jahres um rund 38 Prozent zugenommen «und zahlreiche KMU stehen vor dem Ruin». Gleichzeitig seien Berufstätige in gewissen Bereichen als Folge der Coronakrise überlastet, insbesondere die Beschäftigten im Spital- und Pflegebereich.

«Auch die auferlegten Kontaktbeschränkungen sind für die Bevölkerung schwer zu ertragen, vor allem jedoch für die Bewohnenden von Alters- und Pflegeheimen», so Böhi. Die meisten unter ihnen dürfetn zum Teil seit Monaten die Einrichtungen beziehungsweise ihre Zimmer nicht verlassen und litten aufgrund von Besuchsbeschränkungen oder Besuchsverboten unter grosser Einsamkeit.

Dazu kommt für den SVP-Kantonsrat, dass die Übersterblichkeit «bei dieser Generation mittlerweile dramatisch» sei. Gemäss dem Bundesamt für Statistik waren im Zusammenhang mit einer Corona Infektion über 70 Prozent der in den letzten Monaten Verstorbenen 80jährig oder älter.

Für den Parlamentarier steht damit fest: «Die bisherigen Massnahmen gegen die Pandemie schützen offensichtlich die Hochrisikogruppen zu wenig.» Anstatt zusätzliche Einschränkungen für die Gesamtbevölkerung einzuführen, müsse der gezielte Schutz der besonders betroffenen Personen verstärkt werden.

Nach diesen Ausführungen stellt Erwin Böhi der Regierung mehrere Fragen. Er will wissen, ob die Regierung bereit sei, zu verfügen, dass für das Personal der Alters- und Pflegeheime regelmässige, obligatorische Covid-19 Tests eingeführt werden und dass Besucherinnen und Besucher nur unter Vorweisung eines negativen Covid-19 Tests Zugang zu den Bewohnenden haben. Weiter erkundigt er sich nach der Einführung von Gratis-Schnelltests in den Alters- und Pflegeheimen für die Besucherinnen und Besucher und obligatorischen FFP2-Schutzmasken für alle Personen, die sich in diesen Einrichtungen bewegen. Ein weiteres Thema sind Anstrengungen zugunsten vermehrter Impfung des Personal und der Bewohnenden gegen Covid-19.

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