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veröffentlicht am Samstag, 23.01.2021

Tagblatt: Bewohnende von Altersheimen besser schützen


Über 570 Menschen sind im Kanton St.Gallen an oder mit Corona verstorben. 58 Prozent davon verstarben in einem Alters- oder Pflegeheim. «Die bisherigen Massnahmen schützen diese Risikogruppe ganz offensichtlich zu wenig», sagt der Wiler SVP-Kantonsrat Erwin Böhi und fordert mehr Schutz für Heimbewohner.

Regula Weik

Ein Blick in die St.Galler Pandemiestatistiken zeigt: Heime sind die Orte, wo die meisten schwer kranken Coronapatienten gepflegt werden - und nicht die Spitäler. Die Regierung hat denn auch entschieden, zuallererst die.Heimbewohnerinnen und Heimbewohner zu impfen. Seit letzter Woche sind.mobile Impfteams in den Alters- und Pflegeheimen unterwegs. Bis Ende.Februar sollen alle Bewohnerinnen und Bewohner der rund 120 Alters- und Pflegeheime im Kanton, die das wünschen, ein erstes Mal geimpft werden.

SVP-Kantonsrat Erwin Böhi ist überzeugt: «Man könnte mehr tun, um die gesundheitlich am stärksten.von der Pandemie Betroffenen zu schützen.» Die Impfung bringe eine gewisse Entspannung. Doch die bisherigen Einschränkungen des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens haben das deklarierte Ziel, die Risikogruppen zu schützen, nicht erreicht.

Zutritt als Besucher nur noch mit negativem Test?

Der Wiler will deshalb in einem politischen Vorstoss von der Regierung wissen, ob sie bereit ist, für das Personal von Alters- und Pflegeheimenregelmässige, obligatorische Coronatests einzuführen. Böhi hat aber auch die Besucherinnen und Besucher im Fokus. Sollen sie nur noch mit einem negativen Test Zutritt zu den Heimen haben? Werden sie nur noch zugelassen, wenn sie bereits geimpft sind? Oder werden künftig Gratis-Schnelltests in den Alters- und Pflegeheimen für die Besucherinnen und Besucher angeboten? Auch auf diese Fragen will Böhi Antworten und erfahren, ob die Regierung bereit ist, derartige Massnahmen zu prüfen.

Massentests in Heimen in Baselland

Der Bund gibt zu den Alters- und Pflegeheimen lediglich allgemeine Empfehlungen ab, darunter das Einhalten der Hygiene- und Verhaltensregeln. Die Schutzkonzepte in den Heimen muss der Kanton prüfen. Baselland steckt derzeit in einem Pilotprojekt: Der Kanton lädt das gesamte Heimpersonal zum freiwilligen Coronatest ein. Dies, nachdem sich in der ganzen Schweiz gezeigt hatte, dass das Virus oft in die Heime eingeschleppt wird - von Besuchern, von Mitarbeitenden. In der ersten Runde liessen sich in Baselland rund 1200 Mitarbeitende testen, bei 18 fiel das Resultat positiv aus. Alle hatten zum Zeitpunkt des Tests keine Symptome, waren aber hochinfektiös.  Für Pro Senectute sind Massentests in Heimen dringlich.

 

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