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veröffentlicht am Freitag, 26.03.2021

Wiler Zeitung: Projekt "Älterwerden im Quartier" blockiert


Jahrelange Verzögerung? Das Projekt «Älter werden im Quartier» ist durch Einsprachen blockiert

Mit dem Quartierzentrum sollen in Bronschhofen 34 altersgerechte und 44 normale Mietwohnungen geschaffen werden. Doch nun scheint es nicht mehr vorwärts zu gehen. Der Stadtrat will sich vorerst nicht dazu äussern.

Gianni Amstutz

Der Bedarf an altersgerechten Wohnungen steigt. Anstatt ins Altersheimen zu ziehen, wollen Betagte heutzutage vermehrt möglichst lange in den eigenen vier Wänden bleiben. Die Thurvita hat auf die veränderten Bedürfnisse reagiert und richtet ihr Angebot neu aus.

So wurde im vergangenen Jahr die Pflegewohnung Flurhof mit ihren 13 Heimplätzen geschlossen. Mit diesem Schritt verkleinert sich das Angebot der Thurvita an klassischen Heimplätzen von 242 auf 229.

Klassische Heimplätze würden zwar nicht ganz verschwinden, die Thurvita werde in diesem Bereich aber nicht weiter investieren, sagte Alard du Bois-Reymond, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Thurvita AG, bereits damals gegenüber dieser Zeitung. Die Zukunft sieht die Thurvita zum einen in spezialisierten Pflegeeinrichtungen beispielsweise für Demenzkranke, zum anderen in Alterswohnungen.

Für den Bereich Alterswohnungen stellt das Projekt «Älter werden im Quartier» in Bronschhofen einen wichtigen Grundpfeiler dar. Dort sollen 34 altersgerechte Wohnungen, 44 normale Mietwohnungen, ein Restaurant und ein Einkaufsladen entstehen. Das Projekt soll in Zusammenarbeit mit der Katholischen Kirchgemeinde und der Stadt, die das Land im Baurecht abgibt, verwirklicht werden.

Die angepeilte Realisierung im Sommer 2021 rückte schon früh in weite Ferne. 2018 betitelte SVP-Stadtparlamentarier Erwin Böhi einen Vorstoss mit der Frage: Projekt «Älter werden im Quartier» – Verzögerungen ohne Ende?» Damals ging es noch um Verzögerungen beim Baurechtsvertrag zwischen Stadt und der Thurvita. Dieser kam dann zwar wenig später zustande, trotzdem ist das Projekt auch heute noch weit weg von einer Realisierung.

Die Verzögerung kommt nicht unerwartet. Bereits im Sommer 2019 deutete der damalige Stadtrat Daniel Stutz an, dass Einsprachen das Projekt um Jahre verzögern könnten.

Trifft Stutz’ Prognose zu und das Zustandekommen des Projekts «Älter werden im Quartier» kann durch die Einsprachen bis zur Genehmigung des neuen Zonenplans blockiert werden, wäre dies ein herber Rückschlag. Denn die Überarbeitung der Nutzungsplanung, zu der auch der Zonenplan gehört, hat erst gerade begonnen. Der Prozess dürfte mehrere Jahre in Anspruch nehmen.

Ob die Verzögerung durch die Einsprachen derart lange sein wird und was sie für das Projekt konkret bedeuten, darüber will der Stadtrat zum jetzigen Zeitpunkt keine Angaben machen.

 

Dass sich der Stadtrat ausschweigt, muss nichts bedeuten. Gemeinsam mit der Kommunikation der Katholischen Kirchgemeinde lässt sich aber erahnen, dass eine baldige Realisierung des Projekts nicht wahrscheinlicher geworden ist.

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