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veröffentlicht am Freitag, 08.10.2021

Tagblatt: St.Galler Festspiele in Wil_Regierung zeigt sich offen


SVP-Kantonsrat Erwin Böhi fordert, die St.Galler Festspiele abwechselnd in St.Gallen und Wil durchzuführen. Die Regierung schliesst eine Durchführung der Festspiele in Wil nicht aus. Doch der Entscheid über die Wahl eines Spielorts liegt alleine in der Hand des Theaters St.Gallen – dieser ist noch nicht gefallen.

Rosella Blattmann

St.Galler Festspiele in Wil? In einer Einfachen Anfrage schlug Kantonsrat Erwin Böhi (Wil/SVP) vor, die St.Galler Festspiele alternierend in der Gallusstadt und in der Äbtestadt – auf dem Hof zu Wil – durchzuführen. Dies, nachdem die Regierung die Konzession des Theaters St.Gallen für die Festspiele auf dem Klosterplatz bis 2026 zwar erneuert, jedoch ab 2023 eine Durchführung im Zweijahresrhythmus beschlossen hatte.

Vor einem Monat hatte sich eine Gruppe verschiedener Wiler Institutionen in einem von der IG Kultur Wil initiierten Schreiben an die Direktion des Theaters St.Gallen für eine Durchführung der Festspiele in Wil starkgemacht.

Alternative Standorte ausserhalb der Gallusstadt nicht ausgeschlossen

Nun hat die Regierung Böhis Einfache Anfrage beantwortet. Darin schliesst sie für die Festspiele alternative Standorte zum Klosterplatz nicht aus. 

Mehr als durch die Kulturförderstrategie werde der Rahmen der Festspiele durch den Leistungsauftrag zwischen dem Kanton (der Regierung) und der Genossenschaft Konzert und Theater St.Gallen (KTSG) definiert. «Zum aktuellen Leistungsauftrag gehören auch die Festspiele», schreibt die Regierung in ihrer Antwort. Im Leistungsauftrag werden die verschiedenen Spielstätten erwähnt. Neben der Tonhalle St.Gallen, dem Theater St.Gallen und der Lokremise ist auch der Klosterplatz ausdrücklich aufgeführt. Die Liste der Spielorte werde aber erweitert, indem die Genossenschaft KTSG im Leistungsauftrag angewiesen werde, ein Konzept für besondere Angebote (Konzerte, Schauspiel-, Tanz- oder Musiktheaterveranstaltungen) für die verschiedenen Regionen des Kantons St.Gallen sowie die mitfinanzierenden Nachbarkantone zu entwickeln und umzusetzen, hält die Regierung in ihrer Antwort weiter fest.

So seien die «seit Abschluss des Leistungsauftrags zusätzlich hinzugekommenen Spielorte ausserhalb der Stadt und an weiteren Orten ganz im Sinn des Auftrags an diese Kultureinrichtung von überregionaler Bedeutung», heisst es weiter. Solche Orte sind laut Regierung etwa der Alte Schiffscontainer, der seit der Spielzeit 2016/2017 an verschiedenen Orten in der Stadt St.Gallen aufgebaut werde sowie das Sommerkonzert des Symphonieorchesters im neuen Kultur- und Kongresshaus Verrucano in Mels. Die Regierung des Kantons St.Gallen hält in der Folge fest: 

«Eine periodische Durchführung der Festspiele ausserhalb der Stadt St.Gallen würde demnach der Kulturförderstrategie nicht widersprechen und auch im Einklang mit dem Leistungsauftrag stehen.»

Reges Interesse an Standort Wil Die Regierung stelle ein «breit abgestütztes Interesse an der Durchführung der Festspiele in Wil fest», schreibt sie weiter. Mit ihrem Schreiben vom 6. September an die Genossenschaft KTSG hätten 14 Verantwortliche lokaler und regionaler Organisationen aus Wil die alternierende Austragung der Festspiele im St.Galler Stiftsbezirk und in der Äbtestadt Wil, beim Hof zu Wil angeregt. Der Entscheid über die Wahl eines Spielorts liege in der alleinigen Zuständigkeit der Genossenschaft KTSG, betont die Regierung. Neben den Vorgaben von Gesetz und Leistungsauftrag gelte nämlich – wie bei allen Institutionen – der Grundsatz der künstlerischen (Programm-)Freiheit.

Da gemäss der neuen Konzession für die Durchführung der St.Galler Festspiele auf dem Klosterplatz bis 2026 ab dem Jahr 2023 für die Durchführung der Festspiele ein Zweijahresrhythmus gelte, müsse das Theater die St.Galler Festspiele ohnehin neu konzipieren, heisst es in der Regierungsantwort weiter. Die Regierung schreibt:

«Dabei und im Rahmen des anstehenden Wechsels in der Direktion werden auch Überlegungen zu alternativen Spielorten anzustellen sein.»

Parlamentarier Böhi zufrieden 

Erwin Böhi zeigt sich auf Anfrage erleichtert, dass der Kanton St.Gallen den Hof zu Wil als Durchführungsort für die Festspiele in Betracht zieht. Er sagt:

«Mir der Antwort der Regierung bin ich sehr zufrieden.»

Die Regierung erwähne in ihrer Antwort andere Regionen ausserhalb der Stadt St.Gallen. Zudem sage die Regierung nicht, dass sie nicht bereit sei, die Festspiele in Wil durchzuführen, auch wenn sie bezüglich Standort keine Vorschriften machen könne.

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