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veröffentlicht am Mittwoch, 10.11.2021

Tagblatt: Vorwürfe an Kanton wegen Bushaltestelle


Der Kanton will die Bushaltestelle bei Migros und Denner in Bütschwil umgestalten. Künftig soll der Bus in einer Fahrtrichtung auf der Strasse halten. Dass wollen das «Keflam» sowie drei Kantonsräte verhindern.

Martin Knoepfel

Die kantonale Verwaltung plant flankierende Massnahmen auf der Wilerstrasse in Bütschwil. Dies im Zusammenhang mit der Inbetriebnahme der Umfahrung Bütschwil. Die geplanten Umgestaltungen stossen aber teilweise auf heftigen Widerstand.

Am Mittwoch kritisierte das «Komitee für echte flankierende Massnahmen» (Keflam) die Ideen für die Neugestaltung der Bushaltestelle Hofwiesen an einer Medienorientierung. Werden diese Ideen verwirklicht, gebe die neu gestaltete Bushaltestelle Hofwiesen ein Musterbeispiel dafür ab, wie die Verwaltung gegen den Kantonsrat arbeite und wie eine funktionierende Haltestelle durch den Umbau verschlechtert werde. Davon ist der Vorstand des Keflam überzeugt. 

Keflam: Verkehr muss auch bei Sperrung der Umfahrung funktionieren

Heute hält das Postauto von und nach Ganterschwil in beiden Fahrtrichtungen an der Haltestelle Hofwiesen auf der westlichen Strassenseite. In Zukunft sollen die Busse in Richtung Bütschwil an einer Haltestelle auf der Strasse Fahrgäste aufnehmen und absetzen, während für die Busse nach Ganterschwil eine Busbucht auf der östlichen Seite der Strasse erstellt werden soll.

Christian Vogel, Aktuar und Kommunikationsverantwortlicher des Keflam, wies darauf hin, dass die Wiler- und die Landstrasse in Bütschwil bei Störungen oder Sperrungen der Umfahrung den Durchgangsverkehr von bis zu 17'000 Fahrzeugen pro Tag bewältigen müsse. Das komme immer wieder vor, sagte er. Ein auf der Strasse haltender Bus sei da ein Hindernis.

Rutz: Postauto diente heute auch als Schulbus

Das Keflam wolle nicht flankierende Massnahmen verhindern, sondern richtige flankierende Massnahmen realisieren, sagte Präsident Fritz Rutz. Das Postauto diene als Schulbus für 20 bis 30 Jugendliche. Für sie und für die Kunden von Migros und Denner sei es sicherer, wenn sie in beiden Fahrtrichtungen das Postauto besteigen könnten, ohne die Wilerstrasse zu überqueren.

Die heutige Haltestelle habe auch vor der Inbetriebnahme der Umfahrung funktioniert. Zudem würde die Umgestaltung die Situation für die Fussgänger verschlechtern, sagte Rutz. Wer vom Zentrum Bütschwil her komme und in die Migros wolle, müsste künftig einen Umweg machen, um über den Fussgängerstreifen gehen zu können. Mitglieder des Keflam bekräftigten auf eine entsprechende Frage, dass die bestehende Busbucht lang genug ist für eine rollstuhltaugliche Haltekante. 

Bürgerliche Kantonsräte orten mangelnden Respekt vor dem Parlament

Sekundiert wird das Komitee von den drei Kantonsräten Erwin Böhi (SVP, Wil), Walter Locher (FDP, St.Gallen) und Michael Schöbi (Mitte, Altstätten). Sie beschuldigen die Kantonsverwaltung, dass sie den Willen des Parlaments missachte und sehen darin mangelnden Respekt vor dem Kantonsrat. 

Locher wies darauf hin, dass die drei Kantonsräte bei der Beratung des aktuellen Strassenbauprogramms einen Antrag durchbrachten, wonach neue Haltestellen wenn möglich als Busbuchten zu gestalten sind. Von 281 geplanten oder in Bau befindlichen Haltekanten seien aber nur 76 Busbuchten und der Rest Fahrbahnhaltestellen. Das habe der Regierungsrat als Antwort auf eine Interpellation, die die drei Kantonsräte im November 2020 eingereicht haben, zugegeben. Im letzten April folgte eine Motion der drei bürgerlichen Fraktionen zur Änderung des Strassengesetzes, die in die gleiche Richtung zielt.

Extreme Fälle in Bütschwil und Oberbüren?

Schöbi kritisierte, dass Fahrbahnhaltestellen für Fussgänger und Velofahrer gefährlich seien. Extreme Fälle wie in Bütschwil gebe es auch im Rheintal und beim Fust-Logistikzentrum in Oberbüren. Das Problem sei aber nicht nur in diesen Regionen, sondern im ganzen Kanton akut.

Auch Böhi vermisst den Respekt der Regierung vor dem Parlament. Er kritisierte zudem, dass der Kanton in der Stadt Wil eine funktionierende Busbucht bei der Kantonsschule zurückgebaut hat. Das habe die Sicherheit sogar verschlechtert. Böhi will schliesslich verhindern, dass der Kanton vor der Umsetzung der Motion vom April 2021 Fakten schafft und noch viele Fahrbahnhaltestellen baut.

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