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veröffentlicht am Dienstag, 24.04.2007 22.49 Uhr

St. Galler Tagblatt

Pressebericht: Mehr Geld für Klassenlehrer


Kein Referendum möglich
Klassenlehrer erhalten künftig eine Lohnzulage. Der Rat lehnte einen Nichteintretensantrag der SVP mit 107:48 Stimmen ab.

Silvan Lüchinger

Allseits unbestritten blieb in der Zulagendebatte, dass die Anforderungen an die Lehrer gestiegen sind und die Funktion des Klassenlehrers mit zusätzlichen Aufgaben verbunden ist. Damit waren die Gemeinsamkeiten zwischen der SVP und den anderen Fraktionen aber auch schon erschöpft.

Pauschalzulage
Erwin Böhi (Wil) bezeichnete namens der SVP die Zulage als verdeckte Lohnerhöhung. Der Präzedenzfall werde weitere Gruppen von Staatsangestellten auf den Plan rufen – etwa die Polizei oder das Gesundheitspersonal, die beide keine einfacheren Arbeitsbedingungen hätten als die Lehrerschaft.

Erziehungschef Hans Ulrich Stöckling hielt fest, dass es zunehmend schwieriger werde, Klassenlehrer zu finden. Wenn der Zusatzaufwand nicht abgegolten werde, laufe der Kanton Gefahr, die besten Lehrer an andere Kantone zu verlieren. Diese richteten in diversen Bereichen höhere Zulagen aus.

CVP, FDP, SP und Grüne schlossen sich dieser Argumentation an; die CVP stellte zudem eine Motion in Aussicht, die den Zulagendschungel lichten und die Lehrerbesoldungsordnung transparenter machen soll.

In der Detailberatung abgelehnt wurde ein Antrag der SP, den Klassenlehrern nicht eine Zulage auszurichten, sondern ihr Pensum (lohnneutral) um eine Lektion zu kürzen. Diese Lösung wäre um rund 2,5 Mio. Franken teurer zu stehen gekommen als der Vorschlag der Regierung. Damit gilt eine Pauschalzulage von Fr. 2500.- für Primar- und Kindergartenlehrkräfte; von Fr. 3200.- für Lehrer der Oberstufe und von Kleinklassen.

SVP muss nicht sammeln
Die SVP hatte für den Fall einer Niederlage ein Referendum in Aussicht gestellt. Daraus wird aber nichts werden. Erziehungschef Stöckling wies darauf hin, dass gemäss neuer Kantonsverfassung gegen Erlasse über die Besoldungen des Staatspersonals und der Lehrkräfte der Grundschule gar kein Referendum möglich ist.

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